Bilderwelt Pool

  

Landesvater oder Despot

Ein Mann mit orientalischem Kopfschmuck, es muss jemand Bedeutendes sein. Und so ist er wohl ein Herrscher, vielleicht König Ahab, der mit seiner Frau Isebel das Königreich Juda mit harter Hand regiert. Seine Regentschaft war durchwachsen, die Auseinandersetzungen mit dem Propheten Elia zeugen von einem Streit, der immer wieder neue Nahrung bekommen hat. Besonders als es um die Frage nach der Verehrung des Gottes Baal ging. Seine Frau hatte diesen Kult mitgebracht und setzte alle Hebel in Bewegung, um einen Gegenpol zur Verehrung des jüdischen Gottes zu setzen. Schließlich setzte sich Elia durch und konnte die Verehrung von Baal grausam zurückweisen. Die Frage die sich uns heute dazu stellt ist: Was darf ein König tun? Oder anders gefragt: Wann ist ein König ein guter König? Elia weist immer wieder darauf hin, dass die entscheidende Frage die nach der Gerechtigkeit ist.

Das unschuldige Opfer

In mythologischen Religionen braucht es Opfer, um sich mit den Göttern wieder gut zu stellen. Sie sollen besänftigt werden, indem man etwas von dem, was man erwirtschaftet hat oder was einem wertvoll ist, abgibt, es den Göttern opfert. Im Buch Genesis wird Abraham aufgefordert seinen Sohn zu opfern, um seinen Glauben an Gott zu beweisen. Aus heutiger Sicht eine Ungeheuerlichkeit. Ein Gott, der von Menschen fordert, dass sie ihr eigenes Fleisch und Blut opfern, das geht heute nicht mehr. Überhaupt muss die Frage erlaubt sein, ob wir im religiösen Bereich noch von Opfern sprechen sollen. Ein Opfer ist immer unschuldig, es kann nichts dafür, dass es ausgewählt wurde. Im Gegenteil, ein Opfer sollte möglichst rein sein, um sich Gott gegenüber würdig zu erweisen. Je reiner, umso wertvoller. 

Der neue Mensch

Am Johannes-Turm der Autobahnkirche wiederholt sich ein Motiv, das wir vom Noah-Turm schon kennen: Eva und Adam stehen unschuldig im Paradies, allerdings auch wieder unter einem Baum. Es ist die Illusion vom neuen Menschen, vom Neuanfang, die Emil Wachter hier beschwört. Doch die beiden Darstellungen unterscheiden sich kaum. Ob dieser Neuanfang möglich ist, bleibt abzuwarten, ganz realistisch ist er nicht, dazu ähneln sich die beiden Szenen zu sehr. Ist es möglich, dass der paradiesische Mensch entstehen kann, zurück in die Unschuld des Anfangs? Ist dieses Ideal nicht ein Selbstbetrug? Neuanfänge sind nötig, wir brauchen eine Korrektur dessen, was wir bisher getan haben. Korrektur heißt aber, dass man nicht bei Null anfängt, sondern all das, was bisher war, integriert wird. Der neue Mensch, wenn man überhaupt davon reden kann, trägt die Spuren des alten in und an sich. Der alte Mensch verschwindet nicht, er bildet das Material, für den neuen, Wir werden uns selbst nicht los. Wenn es dann im neuen Paradies auch noch Bäume gibt, dann bleibt ebenso die Versuchung bestehen, die werden wir nicht los. Im Gegenteil, es besteht so die Gefahr, dass alles von vorne anfängt, ein ewiger Kreislauf von Neuschöpfung und Schuldig-werden. Dann bleibt letzten Endes alles beim Alten, Fortschritt findet nicht wirklich statt. 

Christus, Neuschöpfung Gottes

Wir reden von Jesus Christus oft so, dass die beiden Namensteile wie Vor- und Nachname zusammengehören. So selbstverständlich dieser Sprachgebrauch geworden ist, so falsch ist er doch. Christus ist ein Ehrentitel, er ist die griechische Übersetzung des hebräischen Messias und bezeichnet den, der von Gott auserwählt worden ist. Vom Christus sprechen wir seit der Auferweckung, aber es gibt natürlich Hinweise, dass das schon vorher klar war, besonders bei der Taufe durch Johannes am Jordan. Im Johannes-Evangelium heißt es: »32 Johannes machte dazu folgende Zeugenaussage: ›Ich sah, dass der Geist Gottes wie eine Taube vom Himmel auf ihn kam und bei ihm blieb. 33 Vorher wusste ich nicht, dass er es war. Aber Gott, der mir den Auftrag gab, mit Wasser zu taufen, hatte zu mir gesagt: 'Wenn du einen siehst, auf den sich der Geist niederlässt und bei dem er bleibt, dann weißt du: Das ist der, der mit dem Heiligen Geist tauft.' 34 Das habe ich gesehen‹, sagte Johannes, ›und ich verbürge mich dafür, dass dieser der Sohn Gottes ist.‹« (Johannes 1,32-34, Übersetzung Gute Nachricht)

Unerhörte Prophezeiung

Propheten haben zu allen Zeiten ihre Mitmenschen beeindruckt. Sie haben erreicht, dass viele sich aufgemacht haben und zumindest zeitweise bereit waren, ihr Leben grundsätzlich zu ändern. Johannes, der Cousin von Jesus, gilt als Prototyp eines Propheten. Sein Lebensstil war ein Protest gegen die üblichen Lebensformen der Gesellschaft: »5 Aus dem ganzen Gebiet von Judäa und aus Jerusalem strömten die Leute in Scharen zu Johannes hinaus, bekannten öffentlich ihre Sünden und ließen sich von ihm im Jordan taufen. 6 Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und um die Hüften einen Ledergurt; er lebte von Heuschrecken und dem Honig wilder Bienen. 7 Er kündigte an: »Nach mir kommt der, der mächtiger ist als ich. Ich bin nicht einmal gut genug, mich zu bücken und ihm die Schuhe aufzubinden.« (Markus 1,3-5, Übersetzung Gute Nachricht) Diese Episode beschreibt, wie er auftrat und wie er predigte. Seine Sprache war knapp und klar, erstellte seine Zuhörer vor die Entscheidung: Entweder du veränderst jetzt etwas in deinem Leben oder du wirst untergehen! Johannes fordert die Konsequenz, die er selbst schon lebt. Als Prophet ist er gnadenlos zu sich und zu seinen Zuhörerinnen und Zuhörer. 

Mit leichtem Gepäck

Ein leeres Auto bildet den Kopf des Roboters am Noah-Turm. Der Mensch hat seinen Verstand zugunsten des Autos aufgegeben um sein Leben an den scheinbar kleinen Bedürfnissen des Autos auszurichten. Und ein Auto braucht zunächst nicht viel. Ein paar Straßen, Treibstoff und natürlich eine Garage oder einen Parkplatz, wo es die meiste Zeit verbringt. Das Versprechen des Automobils ist schon eine Erleichterung des Lebens: mit wenig Aufwand sehr mobil zu sein. Es ist ein Versprechen mit leichtem Gepäck unterwegs zu sein. Die Industrie hat es geschafft, die Anschaffung einigermaßen erschwinglich zu machen, den Verbrauch mehr und mehr zu senken, den Schadstoffausstoß zu reduzieren und das Auto immer unverzichtbarer zu machen. 

Die Welt zu Füßen

»Ich lege Dir die ganze Welt zu Füßen, Du kannst sie nach Gutdünken beherrschen, alles gehört Dir! Es gibt nur einen Haken: Du musst mir Deine Seele verkaufen, wenn Du tot bist, gehört sie mir.« So oder ähnlich wird in der Literatur mancher Pakt mit dem Teufel geschlossen, Jesus selbst wird dieser Versuchung ausgesetzt: »8 Zuletzt führte der Teufel Jesus auf einen sehr hohen Berg, zeigte ihm alle Reiche der Welt in ihrer Größe und Pracht 9 und sagte: ›Dies alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest.‹ 10 Da sagte Jesus: ›Weg mit dir, Satan! In den Heiligen Schriften heißt es: 'Vor dem Herrn, deinem Gott, wirf dich nieder, ihn sollst du anbeten und niemand sonst.'‹« (Matthäus 4,8-10, Übersetzung Gute Nachricht) Diese Erzählungen spielen mit dem Gedanken, dass ein kurzer Vorteil für den Augenblick mit ewigen Strafen bezahlt wird. Die Botschaft dahinter: So ein vergiftetes Angebot lohnt nicht!
Ergebnisse 11 - 17 von 17
Ansprechpartner
Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Perspektiven öffnen

Eine auf den ersten Blick unverständliche Darstellung am Mose-Fries an der Autobahnkirche. Zwischen Mose und seiner Schwester Miriam findet sich eine Konstruktionszeichnung, in der auf der Fläche ein tiefer Raum aufgezogen wird. Möglich wird das durch die Konstruktion eines Fluchtpunktes, die die Malerei zur Zeit der Renaissance revolutioniert hat. Mit einem Fluchtpunkt erreicht man eine Perspektive und die Fläche bekommt räumliche Tiefe. Es ist der Versuch in der zweiten Dimension das darzustellen, was wir als dreidimensional wahrnehmen. Genau genommen ist es eine Sinnestäuschung. Mit der angeblichen Tiefe gewinnen wir eine neue Perspektive. Die vier Flächen um das Rechteck in der Mitte haben eine Funktion. Durch die leeren Trapeze, die Längs- und Querschraffur wird der Blick automatisch auf die Mitte gelenkt und zwar hinter die Mitte, die man nicht sieht, auf die Linien aber zulaufen. Der räumliche Eindruck wird verstärkt. Der Fluchtpunkt wird zum Fokus, an dem sich alles ausrichtet.
Facebook Like-Box
 Social-Media-Inhalte aktivieren
Veranstaltungen
Di. 02.06.2026
Kontemplation
Di. 09.06.2026
Kontemplation
Di. 16.06.2026
Kontemplation
Di. 23.06.2026
Kontemplation
Di. 30.06.2026
Kontemplation

weitere Veranstaltungen ...
Schott Messbuch
Sonn- und Feiertagsgeläut
Meldungen der Erzdiözese
Aktuelles
Pfingstmontag, 25. Mai 2026
Hier können Sie sich den Meldebogen für das  "Buch der Verkehrstoten" herunterladen und uns zusenden.