Mit leichtem Gepäck

Ein leeres Auto bildet den Kopf des Roboters am Noah-Turm. Der Mensch hat seinen Verstand zugunsten des Autos aufgegeben um sein Leben an den scheinbar kleinen Bedürfnissen des Autos auszurichten. Und ein Auto braucht zunächst nicht viel. Ein paar Straßen, Treibstoff und natürlich eine Garage oder einen Parkplatz, wo es die meiste Zeit verbringt. Das Versprechen des Automobils ist schon eine Erleichterung des Lebens: mit wenig Aufwand sehr mobil zu sein. Es ist ein Versprechen mit leichtem Gepäck unterwegs zu sein. Die Industrie hat es geschafft, die Anschaffung einigermaßen erschwinglich zu machen, den Verbrauch mehr und mehr zu senken, den Schadstoffausstoß zu reduzieren und das Auto immer unverzichtbarer zu machen. 
Was so anspruchslos daherkommt, entpuppt sich aber als das Gegenteil. Die Masse an Automobilen erschlägt. Die Straßen sind verstopft, in den Städten wird Parkraum knapp immer mehr Bereiche des Lebens sollen sich an diesen ehemals schlichten Bedürfnissen des Autos ausrichten. Zugunsten von Straßen und versiegelten Parkplätzen wird die Landschaft umgestaltet, Rohstoffe eingesetzt und verschwendet, der CO2-Ausstoß nicht wirklich begrenzt. 
Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Auf jeden Fall ist das Auto kein Beispiel für Nachhaltigkeit, es gehört zu den teuersten und gefährlichsten Fortbewegungsmitteln. An diesen Bedürfnissen richtet sich unser Leben aus, wir ordnen viel diesem Versprechen nach unbegrenzter Mobilität unter und verbringen viel Zeit im Auto, oft auch ohne dass es bewegt wird. Es wird zum Sinnbild für die Schnelllebigkeit unseres Zeitalters. Es hat die Vernunft ersetzt, hat Abhängigkeiten geschaffen, aus denen wir nicht herauskommen. Auch wenn es mit wenig Ballast auskommen kann, ist es doch zu einer großen Belastung für uns und unsere Zeit geworden. Leichtes Gepäck sieht anders aus. Wir reden von autogerecht, das erreichen wir, aber stehen wir auch für etwas ein, das menschengerecht ist?
 
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Perspektiven öffnen

Eine auf den ersten Blick unverständliche Darstellung am Mose-Fries an der Autobahnkirche. Zwischen Mose und seiner Schwester Miriam findet sich eine Konstruktionszeichnung, in der auf der Fläche ein tiefer Raum aufgezogen wird. Möglich wird das durch die Konstruktion eines Fluchtpunktes, die die Malerei zur Zeit der Renaissance revolutioniert hat. Mit einem Fluchtpunkt erreicht man eine Perspektive und die Fläche bekommt räumliche Tiefe. Es ist der Versuch in der zweiten Dimension das darzustellen, was wir als dreidimensional wahrnehmen. Genau genommen ist es eine Sinnestäuschung. Mit der angeblichen Tiefe gewinnen wir eine neue Perspektive. Die vier Flächen um das Rechteck in der Mitte haben eine Funktion. Durch die leeren Trapeze, die Längs- und Querschraffur wird der Blick automatisch auf die Mitte gelenkt und zwar hinter die Mitte, die man nicht sieht, auf die Linien aber zulaufen. Der räumliche Eindruck wird verstärkt. Der Fluchtpunkt wird zum Fokus, an dem sich alles ausrichtet.
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