Der Johannes-Turm

 
Im Westen mit Blick auf die untergehende Sonne steht der Johannes-Turm. Es ist der Blick auf das Ende und die Vollendung. Der Betrachter blickt durch das Gitter, das das Gefängnis symbolisiert, in das Johannes geworfen wurde, in die weite sich öffnende Landschaft.
Die Taufe Jesu und der Neubeginn mit dem neuen Adam und der neuen Eva ziehen den Betrachter in den Bann. Als Gegenüber zum Noah-Turm, der Adam und Eva im Zusammenhang mit dem Sündenfall zeigt, wird jetzt die Erlösung und die Ewigkeit thematisiert. Auch die Präsenz Gottes in der Welt wird von Emil Wachter dargestellt mit einem mystischen Symbol für die Dreifaltigkeit. Dazwischen sehen wir weitere Szenen aus dem Leben des Johannes von der Ankündigung seiner Geburt, seiner Verkündigung und seinem Tod.
In Jesus Christus wird die Geschichte vollendet und kommt ans Ziel, doch nicht ohne das Mitwirken und die Entscheidung der Menschen. Vielleicht ist deshalb der Johannes-Turm etwas versteckt und durch das Gebäude der Autobahnkirche verdeckt, dass er nicht so einfach gefunden wird. Es ist schon ein gewisser Aufwand nötig, um das zu entdecken, was Heil und Erlösung schafft.
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Perspektiven öffnen

Eine auf den ersten Blick unverständliche Darstellung am Mose-Fries an der Autobahnkirche. Zwischen Mose und seiner Schwester Miriam findet sich eine Konstruktionszeichnung, in der auf der Fläche ein tiefer Raum aufgezogen wird. Möglich wird das durch die Konstruktion eines Fluchtpunktes, die die Malerei zur Zeit der Renaissance revolutioniert hat. Mit einem Fluchtpunkt erreicht man eine Perspektive und die Fläche bekommt räumliche Tiefe. Es ist der Versuch in der zweiten Dimension das darzustellen, was wir als dreidimensional wahrnehmen. Genau genommen ist es eine Sinnestäuschung. Mit der angeblichen Tiefe gewinnen wir eine neue Perspektive. Die vier Flächen um das Rechteck in der Mitte haben eine Funktion. Durch die leeren Trapeze, die Längs- und Querschraffur wird der Blick automatisch auf die Mitte gelenkt und zwar hinter die Mitte, die man nicht sieht, auf die Linien aber zulaufen. Der räumliche Eindruck wird verstärkt. Der Fluchtpunkt wird zum Fokus, an dem sich alles ausrichtet.
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