Lust am Weltuntergang

Wir Menschen sind Wesen, die gerne nach vorne schauen und deren Leben und Streben von Hoffnung geprägt ist. Da verwundert es dann doch, dass wir uns sehr gerne mit Fantasien beschäftigen, die sich um das Ende der Welt und allen Lebens drehen. Das mag daher kommen, dass wir heute in der Lage sind, unsere Welt selbst zu zerstören, aber auch in frühen Zeiten hat das Ende der Welt die Menschen immer wieder fasziniert. Sie haben sich Geschichten darüber erzählt, wie die Welt enden wird. Da ist dann von großer Verzweiflung und vielfältigem Schrecken die Rede, wir schaudern und können uns doch nicht abwenden. In der Gegenwart sind es dann Filme die zu Kassenschlagern werden, weil sie das Ende der Welt durch einen Meteoriteneinschlag, durch den Besuch von Außerirdischen oder durch andere Katastrophen ausmalen. Und wir schauen zu! Warum ist das so, dass wir uns wie die Frau in der Darstellung am Johannes-Turm auf der einen Seite abwenden und fliehen, auf der anderen magisch, fast schon erotisch angezogen werden von dem Schrecken, der uns blühen kann
Ein Versuch, es zu erklären, ist die Angst vor dem eigenen Tod. Diese Angst kennt jeder Mensch und versucht damit auf seine oder ihre eigene Art fertig zu werden. Dass wir sterben müssen ist eine Beleidigung unseres Lebenswillens und der Hoffnung auf eine Besserung. Da kann es leichter zu ertragen sein, wenn das Leben nicht so ganz normal weitergeht, nur ohne mich. 
Wenn alles vernichtet wird, dann kann man sich besser mit seinem Schicksal abfinden und dass man selbst sterblich ist. Das, was mich trifft, steht  auch allen anderen bevor und zwar nicht in einer irgendwie fernen Zukunft, sondern recht bald. Es geht um die Welt, wie wir sie kennen, und die Menschen, um die wir wissen. Wenn alles andere auch zugrunde geht, dann kann das ein Trost sein. Wenn man es sich aber genauer durchdenkt, spürt man aber, dass das nicht tröstlich ist, denn wir wollen ja nicht, dass alles endet. So bleibt uns nur, uns mit der eigenen Sterblichkeit abzufinden und damit zu leben. So wird die Apokalypse nicht zum Todesbild sondern zur Lebenshilfe.
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Perspektiven öffnen

Eine auf den ersten Blick unverständliche Darstellung am Mose-Fries an der Autobahnkirche. Zwischen Mose und seiner Schwester Miriam findet sich eine Konstruktionszeichnung, in der auf der Fläche ein tiefer Raum aufgezogen wird. Möglich wird das durch die Konstruktion eines Fluchtpunktes, die die Malerei zur Zeit der Renaissance revolutioniert hat. Mit einem Fluchtpunkt erreicht man eine Perspektive und die Fläche bekommt räumliche Tiefe. Es ist der Versuch in der zweiten Dimension das darzustellen, was wir als dreidimensional wahrnehmen. Genau genommen ist es eine Sinnestäuschung. Mit der angeblichen Tiefe gewinnen wir eine neue Perspektive. Die vier Flächen um das Rechteck in der Mitte haben eine Funktion. Durch die leeren Trapeze, die Längs- und Querschraffur wird der Blick automatisch auf die Mitte gelenkt und zwar hinter die Mitte, die man nicht sieht, auf die Linien aber zulaufen. Der räumliche Eindruck wird verstärkt. Der Fluchtpunkt wird zum Fokus, an dem sich alles ausrichtet.
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