Gott teilen

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Wenn Christen untereinander das Brot brechen, dann bringen sie zum Ausdruck, dass sie ganz eng mit Gott verbunden sind. Das gemeinsame Mahl steht für die Gemeinschaft mit Gott. Im Leib Christi teilen sie miteinander das Brot, das für sie zum Brot des Lebens wird. Aber nicht nur das Teilen ist wichtig, sondern auch das Essen. Sie nehmen Gott in sich auf, nachdem sie Gott geteilt haben. Jede und jeder tut das, die Gemeinschaft wächst so zusammen und jeder für sich hat Gott in sich. Es klingt auf den ersten Blick etwas eigenartig, aber der Grundgedanke, dass alle Teil an Gott haben, hat einen ganz besonderen Charme. 
Es gibt in der Autobahnkirche zwar das Fenster mit der Darstellung des Abendmahls, aber an anderer Stelle hat Emil Wachter auch das gebrochene Brot versteckt. In den Fenstern im Osten gibt es das mit der Darstellung aus der Apokalypse, in dem das Buch aufgeschlagen liegt. Dort heißt es: »Ich mache alles neu.« Das geschieht im Teilen des Brotes. Menschen werden neu, sie bilden eine neue Gemeinschaft, sie werden selbst neu, in dem sie ein Teil von Gott, ja Gott selbst werden. Das gebrochene Brot - man könnte es auch als gebrochene Sonne sehen, denn links oben sehen wir ja auch den Mond - haben die Menschen ihren Teil am göttlichen Leben. Das wird im Gottesdienst gefeiert. Es geht nicht nur um die Erinnerung an das letzte Abendmahl Jesu. Es geht um die große Gemeinschaft der weltweiten Kirche über die Grenzen von Konfessionen hinweg. Dort, wo Christen ernsthaft das Brot und ihren Glauben teilen, dort findet sich die wahre Ökumene, das wirklich Neue. Es geht nicht um Spaltereine und Rechthaberei, sondern um die große, weltweite Gemeinschaft. Wenn wir als Christen das Brot teilen, dann teilen wir miteinander Gott und wir werden Teil von Gott. Etwas Schöneres kann es nicht geben. So verstanden hat auch der christliche Gottesdienst eine Dimension, die über die jeweilige Konfession hinausgreift und die ganz großen Zusammenhänge ins Spiel bringt.
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Perspektiven öffnen

Eine auf den ersten Blick unverständliche Darstellung am Mose-Fries an der Autobahnkirche. Zwischen Mose und seiner Schwester Miriam findet sich eine Konstruktionszeichnung, in der auf der Fläche ein tiefer Raum aufgezogen wird. Möglich wird das durch die Konstruktion eines Fluchtpunktes, die die Malerei zur Zeit der Renaissance revolutioniert hat. Mit einem Fluchtpunkt erreicht man eine Perspektive und die Fläche bekommt räumliche Tiefe. Es ist der Versuch in der zweiten Dimension das darzustellen, was wir als dreidimensional wahrnehmen. Genau genommen ist es eine Sinnestäuschung. Mit der angeblichen Tiefe gewinnen wir eine neue Perspektive. Die vier Flächen um das Rechteck in der Mitte haben eine Funktion. Durch die leeren Trapeze, die Längs- und Querschraffur wird der Blick automatisch auf die Mitte gelenkt und zwar hinter die Mitte, die man nicht sieht, auf die Linien aber zulaufen. Der räumliche Eindruck wird verstärkt. Der Fluchtpunkt wird zum Fokus, an dem sich alles ausrichtet.
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