Der gar nicht so stolze Pfau

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So kennt man ihn gar nicht, den Pfau. Wir denken, wenn wir das Wort »Pfau« hören, an einen Vogel, der es gar nicht erwarten kann, sich in all seiner Pracht zu zeigen. Hier unterliegen wir aber unseren eigenen Vorstellungen, die wir auf die Tierwelt übertragen. Wir sprechen Tiere menschliche Eigenschaften zu. Ihr Verhalten erinnert uns daran, was wir als Menschen erleben und bei anderen beobachten. Doch das sind unsere Empfindungen und Wertungen und nicht die der Tiere. Der stolze Pfau ist es nur in unseren Augen.
Am Abgang zur Krypta bei der Mose-Treppe sehen wir über unseren Köpfen auch einen Pfau, aber der ist so ganz anders als wie wir ihn darstellen würden. Er schlägt kein Rad, er frisst und pickt, geht seinem Alltagsgeschäft nach und muss nicht possieren oder sich verteidigen und Eindruck schinden. Hier spricht Emil Wachter mit seiner Darstellung eine Einladung aus: »Wenn Du hier in Krypta kommst, musst Du nichts darstellen, Du kannst so sein, wie Du bist. Hier geschieht Dir nichts, Du bist nicht bedroht. Und wenn Du Deinen Alltag hierher mitbringst, dann ist es gut so.« Wenn wir uns diese Haltung zu eigen machen, dann erfüllen wir eine wichtige Eigenschaft, die in der Botschaft Jesu grundgelegt ist. Wir müssen nicht etwas erfüllen, damit wir hier sein dürfen. Wir sind eingeladen, so wie wir sie sind. Wenn uns wir das auf dem Weg in Krypta zu Herzen nehmen, dann heißt das auch, dass wir uns selbst begegnen können. 
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Wir steigen hinab, wir gehen zum Grund, wir gehen zugrunde, würde Meister Eckhart sagen, und entdecken Gott, in der Form, dass wir uns selbst in uns entdecken. Der Abstieg ohne Eitelkeit wird hier eingefordert.  Das gelingt aber nur dann, wenn wir alles das ablegen, was wir in unserem Alltag brauchen oder zumindest meinen zu brauchen. Hier kommen wir nur zum Ziel, zu uns selbst, wenn wir so einfach sind, wie wir wirklich sind, wenn wir alles das ablegen, was zwar einem guten Eindruck dient, aber hilft, uns vor anderen und vor uns selbst zu verstecken. Zuerst müssen wir unseren Stolz ablegen, wenn wir hinabsteigen.
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Wenn Abraham alle Menschen als Stammvater umfasst, kommt eine Botschaft heraus, wie sie besser nicht formuliert werden kann. Sie zieht sich durch die Heilige Schrift wie ein roter Faden. Beim Propheten Jesaja hört sie sich so an: »18b Der HERR sagt: »Die Zeit kommt, dass ich die Menschen aller Völker und Sprachen versammle. Sie alle werden zu mir kommen und meine Herrlichkeit sehen. 19 Ich werde ein Zeichen unter ihnen aufrichten und Boten zu ihnen senden – Menschen aus allen Völkern, die sich mir angeschlossen haben. Zu den fernsten Küsten sende ich meine Boten, nach Tarschisch, Put und Lud, nach Meschech, Tubal und Jawan. Unter den Völkern, die noch nichts von mir gehört und meine herrlichen Taten nicht gesehen haben, sollen sie meinen Ruhm bekannt machen. 20 Wenn sie zurückkehren, werden sie alle eure Brüder und Schwestern mitbringen, die noch unter den Völkern zerstreut sind. Auf Pferden, Maultieren und Dromedaren, in Wagen und Sänften werden dann aus aller Welt die Zerstreuten meines Volkes zu meinem heiligen Berg nach Jerusalem gebracht werden, als eine Opfergabe der Völker für mich, den HERRN – so wie ihr Israeliten eure Speiseopfer in reinen Gefäßen zu meinem Tempel bringt. « (Jesaja 66,18b-20, Übersetzung Gute Nachricht).
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