Entschieden und klar

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Wer ist dieser junge Mann, den wir an der Mosetreppe an der linken Seite sehen, wenn wir in die Krypta hinabsteigen? Schwer zu sagen, wen dieses Flachrelief darstellt. Es könnte einer aus der Führungsriege der geflohenen Israeliten sein. Da stelle ich mir vor, dass es Josua sein könnte, der als Feldherr und Vertreter von Mose das Volk anführt. Ob er das jetzt ist, oder nicht, das ist nicht wichtig. Auf die Haltung, die dieser Mann ausstrahlt, kommt es an. Die ist eindeutig und würde zu Josua passen. Er schaut entschieden nach vorne, er blickt in die Krypta und zeigt den Weg, den die Besucher gehen sollen. So hat er auch dem Volk Israel den Weg gewiesen und ging ihnen bei der nicht immer friedlichen Landnahme in Kanaan voraus. Es ist diese Klarheit, die beeindruckt.
Dieses Gesicht ist eine Herausforderung nicht nur für uns moderne Menschen. Wir werden immer wieder herausgefordert und müssen Stellung beziehen. Wir drücken uns gerne davor und können dem doch nicht ausweichen. Wir tun uns, schwer, entschieden zu sein. Es wird uns zugegebenermaßen auch nicht leicht gemacht. Im Gegensatz zu früheren Generationen haben wir zu viele Entscheidungsmöglichkeiten, wir können zwischen Vielem wählen und versuchen dann auch, uns möglichst alles offen zu halten. Entschiedenheit bleibt auf der Strecke. Den entschiedenen Blick haben wir fast schon vergessen. 
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Wir sind eher unsicher und fragen uns, ob das jetzt wirklich das richtige gewesen ist, was wir entschieden haben. Dann werfen wir es wieder um und stehen am Ende mit leeren Händen da. Das ist eine der Bedingungen unter denen wir leben. Eine gute Spiritualität kann uns helfen, Entschiedenheit einzuüben. Wir bekommen dabei keine Entscheidungen vorgegeben. Aber wir lernen, mit Gelassenheit und Entschiedenheit zu leben, was wir einmal entschieden haben. Wir lernen auch, die Folgen zu tragen, die Entscheidungen mit sich bringen. Wir sind in einer Zeit von verschobenen Entscheidungen gefordert, entschieden zu leben und damit immer klarer zu werden.
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Perspektiven öffnen

Eine auf den ersten Blick unverständliche Darstellung am Mose-Fries an der Autobahnkirche. Zwischen Mose und seiner Schwester Miriam findet sich eine Konstruktionszeichnung, in der auf der Fläche ein tiefer Raum aufgezogen wird. Möglich wird das durch die Konstruktion eines Fluchtpunktes, die die Malerei zur Zeit der Renaissance revolutioniert hat. Mit einem Fluchtpunkt erreicht man eine Perspektive und die Fläche bekommt räumliche Tiefe. Es ist der Versuch in der zweiten Dimension das darzustellen, was wir als dreidimensional wahrnehmen. Genau genommen ist es eine Sinnestäuschung. Mit der angeblichen Tiefe gewinnen wir eine neue Perspektive. Die vier Flächen um das Rechteck in der Mitte haben eine Funktion. Durch die leeren Trapeze, die Längs- und Querschraffur wird der Blick automatisch auf die Mitte gelenkt und zwar hinter die Mitte, die man nicht sieht, auf die Linien aber zulaufen. Der räumliche Eindruck wird verstärkt. Der Fluchtpunkt wird zum Fokus, an dem sich alles ausrichtet.
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