Handlungsfähig

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Der Wunsch eines jedes Menschen ist es, so lange wie möglich handlungsfähig zu bleiben und so wenig wie nötig auf die Hilfe von anderen angewiesen zu sein. Wenn man erst einmal seine Hände nicht mehr gebrauchen kann, zeitweilig oder auf Dauer, weiß man, wie schwierig das auszuhalten ist. Handlungsfähigkeit gehört zu den wichtigsten Errungenschaften unserer Kultur. Ihr opfern wir so manches und nehmen viel in Kauf, damit es so bleibt. Ob das jetzt in der Vorsorge ist oder in therapeutischen Prozessen, immer wieder geht es darum, möglichst schnell und umfassend wieder ins Handeln zu kommen. Wir machen dies nicht nur sinnbildlich an der Hand fest, denn mit den Händen beweisen wir unsere Handlungsfähigkeit. Auch das Gegenteil kennen wir, und auch da sind die Hände im Spiel. Wenn man die Hände in den Schoß legt, dann möchte man freiwillig nichts mehr tun. Wenn einem die Hände gebunden sind, dann ist man gezwungen, nichts mehr zu tun. Eine Möglichkeit, zumindest nicht tatkräftig die Handlungsfähigkeit zu beweisen, ist es, die Hände zu falten und zu beten. Hier gibt man der Hoffnung Ausdruck, dass jemand anderes das Handeln an sich reißt. 
Die Hand am Elia-Turm der Autobahnkirche scheint all das auszudrücken. Es ist eine einzelne Hand, die auf eine andere Hand angewiesen ist. 
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Es ist eine Hand, die sich nach oben reckt, es ist eine Hand, die noch nicht gebunden ist, die sich noch frei bewegen kann. Es ist eine Hand, der die andere Hand fehlt, dass sie gefaltet werden kann. Eine freie Hand, der noch alle Möglichkeiten offenstehen. Es ist eine Hand, die im wahrsten Sinn des Wortes voll handlungsfähig ist. Glücklich der Mensch, dem das gegeben ist. Das ist eine Hilfe, die wir annehmen können und auf die wir vertrauen können. Elia macht es vor, er zeigt seine Hand. Und wo ist deine?
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Eine auf den ersten Blick unverständliche Darstellung am Mose-Fries an der Autobahnkirche. Zwischen Mose und seiner Schwester Miriam findet sich eine Konstruktionszeichnung, in der auf der Fläche ein tiefer Raum aufgezogen wird. Möglich wird das durch die Konstruktion eines Fluchtpunktes, die die Malerei zur Zeit der Renaissance revolutioniert hat. Mit einem Fluchtpunkt erreicht man eine Perspektive und die Fläche bekommt räumliche Tiefe. Es ist der Versuch in der zweiten Dimension das darzustellen, was wir als dreidimensional wahrnehmen. Genau genommen ist es eine Sinnestäuschung. Mit der angeblichen Tiefe gewinnen wir eine neue Perspektive. Die vier Flächen um das Rechteck in der Mitte haben eine Funktion. Durch die leeren Trapeze, die Längs- und Querschraffur wird der Blick automatisch auf die Mitte gelenkt und zwar hinter die Mitte, die man nicht sieht, auf die Linien aber zulaufen. Der räumliche Eindruck wird verstärkt. Der Fluchtpunkt wird zum Fokus, an dem sich alles ausrichtet.
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