Mensch der Tat

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Was unterscheidet den Mensch vom Tier? Früher war man schnell mit der Antwort und sagte: Der Mensch kann zielgerichtet handeln, er kann Pläne schmieden und sie entsprechend umsetzen. Diese Ansicht gilt landläufig immer noch, aber mittlerweile wissen wir auch, dass Tiere zu strategischem Handeln durchaus fähig sind und dass somit die Grenzen zwischen Mensch und Tier eher verschwimmen. Die Fähigkeit, unsere Hände zu gebrauchen, ist ganz wichtig. Nicht umsonst sprechen wir ja von Handlungen. Das zeichnet uns Menschen aus, dass wir Taten verrichten können und über diese nachdenken und sie auch bewerten können. Wenn wir das tun, dann verwirklichen wir das, was in unserem Programm grundgelegt ist. Wir entwickeln auch Sympathien für Menschen, die anpacken, die etwas tun, weil es notwendend getan werden muss. Es ist gut, wenn Tatmenschen um uns herum sind, die uns mitreißen, und uns selbst dazu verleiten, aktiv zu werden.
Am Johannes-Turm stellt Emil Wachter einen Tatmenschen dar. Einer, der anpackt.  Vielleicht ist es Johannes der Täufer, vielleicht einer seiner Zuhörer, der von ihm angesteckt wurde. Vielleicht ist es auch einer, der die Zeichen der Zeit erkannt hat und tut, was getan werden muss. Ein entschiedener Gesichtsausdruck, nicht nur der Blick weisen in eine bestimmte Richtung. Eine Hand packt kräftig zu und die andere ist ganz besonders. Wenn wir nachzählen, sehen wir, dass sie sechs Finger hat. War das nur ein Fehler des Künstlers oder steckt eine tiefere Absicht dahinter? Das wissen wir nicht. 
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Aber wenn Tatmenschen aktiv werden, dann geht das nur, wenn sie Grenzen überschreiten und wie hier aus fünf sechs machen, fünf gerade werden lassen. Das ist genauso wichtig wie das Anpacken und die Entscheidung dazu. Bestehende Einschränkungen werden überwunden. Ob das immer zum Guten gereicht, das entscheidet der Kopf und am Ende die Geschichte, die ihr Urteil darüber fällt. Ohne tatkräftiges Zupacken geht es aber nicht! Tun ist besser als perfekt.
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Perspektiven öffnen

Eine auf den ersten Blick unverständliche Darstellung am Mose-Fries an der Autobahnkirche. Zwischen Mose und seiner Schwester Miriam findet sich eine Konstruktionszeichnung, in der auf der Fläche ein tiefer Raum aufgezogen wird. Möglich wird das durch die Konstruktion eines Fluchtpunktes, die die Malerei zur Zeit der Renaissance revolutioniert hat. Mit einem Fluchtpunkt erreicht man eine Perspektive und die Fläche bekommt räumliche Tiefe. Es ist der Versuch in der zweiten Dimension das darzustellen, was wir als dreidimensional wahrnehmen. Genau genommen ist es eine Sinnestäuschung. Mit der angeblichen Tiefe gewinnen wir eine neue Perspektive. Die vier Flächen um das Rechteck in der Mitte haben eine Funktion. Durch die leeren Trapeze, die Längs- und Querschraffur wird der Blick automatisch auf die Mitte gelenkt und zwar hinter die Mitte, die man nicht sieht, auf die Linien aber zulaufen. Der räumliche Eindruck wird verstärkt. Der Fluchtpunkt wird zum Fokus, an dem sich alles ausrichtet.
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