Lass die Kerzen flammen

Wenn es dunkel wird und gemütlich sein soll, zünden wir gerne Kerzen an. Ein gewöhnliches elektrisches Licht tut es dann nicht mehr. Eine Kerzenflamme strahlt Wärme aus. Das sanfte Licht erhellt den Raum nur dürftig. Gleich haben wir die besondere Stimmung, die wir wollen. Wenn wir Kerzen anzünden, treten wir in unsere Wohlfühlzone ein. Wir setzen Kerzen bewusst ein, weil wir nicht mehr wie die Menschen im vorindustriellen Zeitalter auf Kerzenlicht angewiesen sind. Es ist für fast schon eine Flucht in die gute alte Zeit, wir kommen mit einer Sehnsucht in Berührung, die mit Heimat, zuhause, Geborgenheit und Schutz zu tun hat.
Im Lied von den guten Mächten von Dietrich Bonhoeffer lautet die fünfte Strophe: » Lass warm und hell die Kerzen heute flammen, die du in unsre Dunkelheit gebracht, führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen. Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.« Diese Beschreibung unserer Sehnsucht, die wir durch Kerzen ausdrücken, ist sehr eng mit unseren spirituellen Erwartungen und Bedürfnissen verbunden. Kerzen werden angezündet, um die Dunkelheit zu vertreiben, sie verbinden uns mit unserem Inneren, wenn sie die Wärme und die Stille in uns verbreiten. Auch ein kleines Licht leuchtet sehr weit und gibt Menschen eine Orientierung. Dort, wo dieses Licht brennt, ist jemand, der wartet. Das Licht leuchtet durch die Nacht hindurch. So brennen auch die Kerzen in der Westfront der Autobahnkirche. Sie sind nach Sonnenuntergang, in die Nacht hin ausgerichtet. 
Sie geben uns Orientierung und den Seelenfrieden, nach dem wir uns sehnen. Sie sind ein Zeichen von Verbundenheit. Nicht umsonst brennen auf unseren Friedhöfen viele Kerzen, die uns mit den Verstorbenen verbinden. Wenn Kerzen flammen, sind wir mit allen, den Lebenden und den Toten verbunden und daheim bei uns selbst.
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Dazugehören

Wenn Abraham alle Menschen als Stammvater umfasst, kommt eine Botschaft heraus, wie sie besser nicht formuliert werden kann. Sie zieht sich durch die Heilige Schrift wie ein roter Faden. Beim Propheten Jesaja hört sie sich so an: »18b Der HERR sagt: »Die Zeit kommt, dass ich die Menschen aller Völker und Sprachen versammle. Sie alle werden zu mir kommen und meine Herrlichkeit sehen. 19 Ich werde ein Zeichen unter ihnen aufrichten und Boten zu ihnen senden – Menschen aus allen Völkern, die sich mir angeschlossen haben. Zu den fernsten Küsten sende ich meine Boten, nach Tarschisch, Put und Lud, nach Meschech, Tubal und Jawan. Unter den Völkern, die noch nichts von mir gehört und meine herrlichen Taten nicht gesehen haben, sollen sie meinen Ruhm bekannt machen. 20 Wenn sie zurückkehren, werden sie alle eure Brüder und Schwestern mitbringen, die noch unter den Völkern zerstreut sind. Auf Pferden, Maultieren und Dromedaren, in Wagen und Sänften werden dann aus aller Welt die Zerstreuten meines Volkes zu meinem heiligen Berg nach Jerusalem gebracht werden, als eine Opfergabe der Völker für mich, den HERRN – so wie ihr Israeliten eure Speiseopfer in reinen Gefäßen zu meinem Tempel bringt. « (Jesaja 66,18b-20, Übersetzung Gute Nachricht).
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