Der Tanz ums goldene Kalb

Kaum eine Geschichte aus dem ersten Testament hat sich so stark als negatives Beispiel in unsere Bildersprache eingeprägt wie der Tanz um das Goldene Kalb. Dabei ist die Absicht, die die Israeliten in der Wüste verfolgt haben, mehr als verständlich: »1 Das Volk Israel hatte am Fuß des Berges auf die Rückkehr von Mose gewartet. Als er lange nicht kam, versammelten sich die Männer bei Aaron und forderten: ›Mach uns einen Gott, der uns schützt und führt! Denn was aus diesem Mose geworden ist, der uns aus Ägypten hierher geführt hat – niemand weiß es.‹ 2 Aaron sagte zu ihnen: ›Nehmt euren Frauen, Söhnen und Töchtern die goldenen Ringe ab, die sie an den Ohren tragen, und bringt sie her!‹ 3 Alle nahmen ihre goldenen Ohrringe ab und brachten sie zu Aaron. 4 Er schmolz sie ein, goss das Gold in eine Form und machte daraus das Standbild eines Jungstiers. Da riefen sie: ›Hier ist dein Gott, Israel, der dich aus Ägypten hierher geführt hat!‹ 5 Aaron errichtete vor dem goldenen Stierbild einen Altar und ließ im Lager bekannt machen: ›Morgen feiern wir ein Fest für den HERRN!‹ 6 Früh am nächsten Morgen brachten die Leute Tiere, die als Brandopfer dargebracht oder für das Opfermahl geschlachtet wurden. Sie setzten sich zum Essen und Trinken nieder und danach begannen sie einen wilden Tanz.« (Exodus 32,1-6, Übersetzung Gute Nachricht)
Das Bestreben der Israeliten war es, eine Zeichen für die Gegenwart Gottes in ihrer Mitte zu haben. Den Fehler, den sie machten, war der, dass sie das Standbild mit der Wirklichkeit verwechselt haben. Das Stierbild, das ein Abbild für den Gott Jahwe war, wurde nicht als Zeichen gesehen, sondern als Gottes Gegenwart. Dass sie dann feiern und tanzen, liegt nahe. Heute geht es uns nicht anders. 
Wir haben andere Zeichen, die auf Gott hindeuten, die wir aber mit der Gegenwart Gottes verwechseln. Um diese führen wir auch entsprechende Tänze auf, wir lassen sie uns nicht nehmen. Es geht dann meist um materielle Dinge, die wir in den Fokus rücken und dabei vergessen, dass wir damit weder Glück noch Heil schaffen können. Wir brauchen Zeichen für die Gegenwart Gottes, keine Frage. Aber sie können uns die Erfahrung Gottes nicht ersetzen, sie sind nicht göttlich und schon gar nicht Gott selbst.
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Schlangenzauber

Wie ringt man einem störrischen Pharao Zugeständnisse für das eigene unterdrückte Volk ab? Mose und Aaron versuchen es mit verschiedenen Mitteln und dringen mit Vernunft nicht zum verstockten Herz des Pharaos durch. Sie wenden also einen Zaubertrick an. Es ist lediglich ein kleines Vorspiel, für all das, was noch kommen soll. Und es macht Eindruck, besonders wenn sich Magier miteinander messen:
»8 Der HERR sagte zu Mose und Aaron: 9 »Wenn euch der Pharao auffordert, euch durch ein Wunder auszuweisen, dann sagst du, Mose, zu Aaron: ›Nimm deinen Stock und wirf ihn vor dem Pharao auf den Boden!‹ Dann wird er zu einer Schlange werden.« 10 Mose und Aaron gingen zum Pharao und taten, was ihnen der HERR aufgetragen hatte. Aaron warf seinen Stock vor dem Pharao und seinen Ministern auf den Boden und er wurde zur Schlange. 11 Aber der Pharao rief seine Magier und Beschwörer, und sie vollbrachten mit ihren Zauberkünsten dasselbe. 12 Jeder von ihnen warf seinen Stock auf den Boden und er wurde zu einer Schlange. Doch Aarons Stock verschlang die Stöcke der Ägypter. 13 Trotzdem blieb der Pharao starrsinnig und schlug ihre Forderung ab, genau wie der HERR es vorausgesagt hatte.« (Exodus 7,8-13, Übersetzung Gute Nachricht)
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