Mit Vollmacht

»Macht macht korrupt!« »Macht verdirbt die Menschen!« So oder ähnlich hört man es immer wieder und ein Blick in die Geschichte gibt uns recht. Das Streben nach Macht und imperiale Ausdehnung der eigenen Macht war einer der größten Antriebe der Menschen und hat sicherlich schon viel Unheil und Leid über die Menschheit gebracht. Vielleicht ist es dieses Streben nach Macht, die für das Unglück verantwortlich zu machen ist. Doch wir streben nach Macht, weil wir über uns und unser Leben bestimmen wollen. Das können wir nur, wenn wir auch ein gewisses Maß an Macht besitzen. Im Matthäus-Evangelium wird in der Versuchungsszene Jesu die Macht über die ganze Welt, den ganzen Kosmos angeboten, er aber lehnt ab, weil ihm diese nicht zusteht, sondern allein Gott. Uns stellt sich da die Frage, wie wir mit Macht umgehen.
Aber so gesehen ist die Frage falsch gestellt, es geht nicht darum, wieviel oder welche Macht ich in Händen habe, sondern darum aus welcher Haltung zur Macht heraus ich handle. Macht ist etwas, das man nicht beschreiben kann. Sie wird übergeben, ich kann nur aus einer Macht heraus handeln, die ich von anderem oder etwas anderem übertragen bekommen habe. 
Meist trage ich dann entsprechende Zeichen, die mich dazu legitimieren, diese Macht auszuüben. Sei das eine Krone, ein Zepter oder eine Kette, ein besonderes Schwert oder ein besonderes Kleidungsstück. Es ist aber nicht das Zeichen, das mir Macht verleiht, sondern mein Bewusstsein, aus dem heraus ich handle. Es ist die Vollmacht, die mir diese Kraft gibt. Vollmacht besagt, dass ich voller Macht bin, dass ich das ausstrahle, dass ich mir dieses Handeln zu eigen mache, dass man es mir abnimmt, dass ich diese Macht gut ausübe. Ich bin mir der Verantwortung bewusst, die mir mit der Macht übertragen wurde. In der Versuchungsszene verzichtet Jesus auf Zeichen der Macht, aber er zeigt, wie mächtig er ist, weil er aus Vollmacht heraus handelt. Er ist erfüllt von einer besonderen Kraft, die von innen kommt und die er uns auch zusagt. Macht hat immer etwas mit Beziehung zu tun, weil ich sie von jemanden übertragen bekomme, der oder die sie mir zuspricht. Das ist immer nur ein Geschehen in der Gegenwart, sie gilt nur jetzt, nicht für alle Zeit.
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Schlangenzauber

Wie ringt man einem störrischen Pharao Zugeständnisse für das eigene unterdrückte Volk ab? Mose und Aaron versuchen es mit verschiedenen Mitteln und dringen mit Vernunft nicht zum verstockten Herz des Pharaos durch. Sie wenden also einen Zaubertrick an. Es ist lediglich ein kleines Vorspiel, für all das, was noch kommen soll. Und es macht Eindruck, besonders wenn sich Magier miteinander messen:
»8 Der HERR sagte zu Mose und Aaron: 9 »Wenn euch der Pharao auffordert, euch durch ein Wunder auszuweisen, dann sagst du, Mose, zu Aaron: ›Nimm deinen Stock und wirf ihn vor dem Pharao auf den Boden!‹ Dann wird er zu einer Schlange werden.« 10 Mose und Aaron gingen zum Pharao und taten, was ihnen der HERR aufgetragen hatte. Aaron warf seinen Stock vor dem Pharao und seinen Ministern auf den Boden und er wurde zur Schlange. 11 Aber der Pharao rief seine Magier und Beschwörer, und sie vollbrachten mit ihren Zauberkünsten dasselbe. 12 Jeder von ihnen warf seinen Stock auf den Boden und er wurde zu einer Schlange. Doch Aarons Stock verschlang die Stöcke der Ägypter. 13 Trotzdem blieb der Pharao starrsinnig und schlug ihre Forderung ab, genau wie der HERR es vorausgesagt hatte.« (Exodus 7,8-13, Übersetzung Gute Nachricht)
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