Die dunkle Seite der Macht

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Wie soll man mit der Macht, die Menschen in Händen haben, umgehen? Gibt es eine für alle verbindliche Maßgabe? Das ist schwierig und die meisten Geschichten, die erzählt werden, drehen sich nach der Liebe um das Thema Macht und Missbrauch der Macht. In Romanen und Filmen, in Opern und Theaterstücken ist die Frage, wie die Macht von einer hellen zu einer dunklen Seite kippt, ein wichtiges Gestaltungselement, das uns interessiert und fesselt. Macht fasziniert, weil man, wenn man sie hat, gestalten kann. Macht hilft dabei, kreativ und schöpferisch tätig zu sein. So verstanden bringt sie die Menschen weiter und eröffnet allen diese Möglichkeiten. Wenn sie aber dazu eingesetzt wird, die eigenen Interessen bedingungslos durchzusetzen, dann stellt sie sich mehr und mehr auf die dunkle Seite. In Kriegszeiten und -gebieten kleiden sich diese Soldaten in schwarze Kleider und geben sich sogar Namen, in denen das schwarze auftaucht. Das Dunkle, das Schwarze verbreitet Schrecken. Das kommt auch daher, weil hinter der dunklen Fassade jede Menschlichkeit verschwindet. Aus Menschen werden schwarze Gestalten, die Furcht und Schrecken verbreiten. Es ist nicht mehr möglich, sie differenziert wahrzunehmen, sie erscheinen unnahbar und angsteinflößend.
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Wenn von der Macht erzählt wird, dann wird an Ängste von uns Menschen gerührt. Wir kennen die Verführung durch Macht und bleiben doch verführbar. Wir haben Angst davor und doch übt sie auch eine Faszination aus, der wir uns  sich nicht entziehen können. Wenn in der Autobahnkirche in der Nordseite beim Kindsmord von Betlehem ein schwarzer Soldat auftaucht, dann steht genau dieser angsteinflössende Vertreter der dunklen Seite vor uns. Er hat seine Entscheidung getroffen, er steht auf der dunklen Seite, aber stellt auch eine Frage an den Betrachtenden: »Auf welcher Seite stehst Du? Bist Du durch die Faszination der Macht verführbar? Was würdest Du tun, um wirklich mächtig zu sein?« Und alles gipfelt in der alles entscheidenden Frage: »Wie gehst Du mit der Macht um, die Du hast?«
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Perspektiven öffnen

Eine auf den ersten Blick unverständliche Darstellung am Mose-Fries an der Autobahnkirche. Zwischen Mose und seiner Schwester Miriam findet sich eine Konstruktionszeichnung, in der auf der Fläche ein tiefer Raum aufgezogen wird. Möglich wird das durch die Konstruktion eines Fluchtpunktes, die die Malerei zur Zeit der Renaissance revolutioniert hat. Mit einem Fluchtpunkt erreicht man eine Perspektive und die Fläche bekommt räumliche Tiefe. Es ist der Versuch in der zweiten Dimension das darzustellen, was wir als dreidimensional wahrnehmen. Genau genommen ist es eine Sinnestäuschung. Mit der angeblichen Tiefe gewinnen wir eine neue Perspektive. Die vier Flächen um das Rechteck in der Mitte haben eine Funktion. Durch die leeren Trapeze, die Längs- und Querschraffur wird der Blick automatisch auf die Mitte gelenkt und zwar hinter die Mitte, die man nicht sieht, auf die Linien aber zulaufen. Der räumliche Eindruck wird verstärkt. Der Fluchtpunkt wird zum Fokus, an dem sich alles ausrichtet.
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