Lebenslust und Lebensfreude

Bilderwelt 311 ABK Krypta Mosetreppe - Der Pfeifer 1zu2.jpg
Die Gesichter, von denen wir sehr viele an der Autobahnkirche entdecken können, haben einen vielfältigen Ausdruck. An der Mosetreppe zur Krypta hinunter sehen wir einen freundlichen Menschen, der uns, wie es scheint pfeifend entgegen blickt. Der Ton kommt aus seinem Mund und hallt in der ganzen Kirche wider. Normalerweise würden wir das als störend empfinden, wenn man es richtig hören würde. Aber warum? Wenn Pfeifen ein Ausdruck der Lebensfreude ist, dann ist doch auch eine Kirche der rechte Ort, an dem man es hören darf. Aber wir verbinden mit Kirchenräumen oft Besinnlichkeit und vor allem Ernsthaftigkeit. Nichts soll die andächtige Atmosphäre der anderen Welt, in die wir eintauchen wollen, stören. Wir sind es gewohnt, die Erhabenheit des Ortes nicht mit weltlichen Dingen zu stören. Alles, was mit sinnlichem Erleben, mit Lust und Körperlichkeit zu tun hat, soll daraus verbannt bleiben.
Doch mit dieser Haltung nehmen wir uns eine wichtige Erfahrungsebene. Diese Ebene hat etwas Göttliches an sich. Wenn wir uns auf die biblische Botschaft berufen, ist unsere Körperlichkeit, unsere Lust und unsere Sinnlichkeit Teil dessen, was Gott geschaffen hat. Als Menschen dürfen wir nicht Teile von uns abspalten, weil sie scheinbar nicht zu uns gehören oder der Moral einer bestimmten Zeit widersprechen. Wir können doch lernen, als die Menschen da zu sein, als die wir geschaffen wurden. 
Bilderwelt 311 Lageplan.jpg
Dass wir uns verändern können, dass wir ein großes Wandlungspotential haben, steht außer Frage. Auch unsere scheinbaren Schatten bedürfen der Erlösung. Der Pfeifer in der Autobahnkirche erinnert uns daran, dass wir andere Seiten haben, die wir leben können, leben dürfen und leben müssen. Vielleicht nicht an jedem Ort und zu jeder Zeit. Wo und wann das ist, müssen wir doch selbst herausfinden. Da treten wir in einen Dialog mit anderen Menschen, mit Gebäuden und mit Gott ein. Das ist ein Gespräch, das keine vorgefertigten Antworten kennt. Auf vorgefertigte Antworten, die meist mit dem Wort »weil« beginnen, kann man dann getrost pfeifen.
Ansprechpartner
Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Perspektiven öffnen

Eine auf den ersten Blick unverständliche Darstellung am Mose-Fries an der Autobahnkirche. Zwischen Mose und seiner Schwester Miriam findet sich eine Konstruktionszeichnung, in der auf der Fläche ein tiefer Raum aufgezogen wird. Möglich wird das durch die Konstruktion eines Fluchtpunktes, die die Malerei zur Zeit der Renaissance revolutioniert hat. Mit einem Fluchtpunkt erreicht man eine Perspektive und die Fläche bekommt räumliche Tiefe. Es ist der Versuch in der zweiten Dimension das darzustellen, was wir als dreidimensional wahrnehmen. Genau genommen ist es eine Sinnestäuschung. Mit der angeblichen Tiefe gewinnen wir eine neue Perspektive. Die vier Flächen um das Rechteck in der Mitte haben eine Funktion. Durch die leeren Trapeze, die Längs- und Querschraffur wird der Blick automatisch auf die Mitte gelenkt und zwar hinter die Mitte, die man nicht sieht, auf die Linien aber zulaufen. Der räumliche Eindruck wird verstärkt. Der Fluchtpunkt wird zum Fokus, an dem sich alles ausrichtet.
Facebook Like-Box
 Social-Media-Inhalte aktivieren
Veranstaltungen
Di. 09.06.2026
Kontemplation
Di. 16.06.2026
Kontemplation
Di. 23.06.2026
Kontemplation
Di. 30.06.2026
Kontemplation

weitere Veranstaltungen ...
Schott Messbuch
Sonn- und Feiertagsgeläut
Meldungen der Erzdiözese
Aktuelles
Pfingstmontag, 25. Mai 2026
Hier können Sie sich den Meldebogen für das  "Buch der Verkehrstoten" herunterladen und uns zusenden.