Sarah, die Fürstin

Sie schaut schon etwas verbiestert in die Welt, Sarah, die Frau von Abraham. Mit ihren markanten Gesichtszügen strahlt sie Autorität und wilde Entschlossenheit aus. Sie st eine Frau, die weiß, was sie will. So sieht sie Emil Wachter und so stellt er sie am Abrahamstor mit dieser herrscherlichen Haltung dar. 
Wenn von den Erzvätern gesprochen wird, führt sie ein Schattendasein, sie tritt hinter Abraham, Isaak und Jakob zurück. Aber sie ist genauso wichtig wie Abraham selbst, denn ohne sie würde die Verheißung, dass aus Abraham ein Volk erwachsen soll, dessen Angehörige so zahlreich wie Sterne am Himmel sind, ins Leere laufen. Sarah war zur damaligen Zeit eine wichtige Persönlichkeit. Sie hatte nicht die gleichen Rechte wie ihr Mann. Sie hatte nur einen begrenzten Einflussbereich und war mehr auf die Organisation des Hausstandes von Abraham fixiert. Da Abraham selbst den Status eines Stammesfürsten innehatte und nicht nur eines kleinen, armen und einsamen Hirten, muss sie ihm ebenbürtig gewesen sein. Deshalb sollten wir unseren Sprachgebrauch ändern! Wir können nicht mehr nur von den Erzvätern sprechen, sondern wir brauchen auch die Erzmütter dazu. Dann steht Sarah in einer Reihe mit Rebekka, der Frau von Isaak, mit Lea und Rahel, sowie deren Mägde Silpa und Bilha, mit denen Jakob insgesamt zwölf Söhne und sicherlich auch einige Töchter zeugte. Wenn wir uns Sarah vor Augen führen, wie Emil Wachter sie sieht, dann kommen wir nicht umhin, in ihr eine Frau zu sehen, die mitgewirkt, dass sich Heil entwickelt. 
Sie als Fürstin zu bezeichnen ist nur folgerichtig, nicht nur weil ihr Name übersetzt »Fürstin, Herrin« bedeutet. Sie ist eine Fürstin, ohne die Abraham und damit seine ganze Mission verloren gewesen wäre. Sarah ist eine wichtige Frau, deren Rolle wir nicht mehr unterschätzen dürfen. Deshalb sollten wir den letzten Satz im Magnifikat umformulieren: »... das Erbarmen das er unseren Müttern und Vätern verheißen hat, Abraham, Sarah und ihren Nachkommen auf ewig.« (Nach Lukas 1,55)
Ansprechpartner
Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Perspektiven öffnen

Eine auf den ersten Blick unverständliche Darstellung am Mose-Fries an der Autobahnkirche. Zwischen Mose und seiner Schwester Miriam findet sich eine Konstruktionszeichnung, in der auf der Fläche ein tiefer Raum aufgezogen wird. Möglich wird das durch die Konstruktion eines Fluchtpunktes, die die Malerei zur Zeit der Renaissance revolutioniert hat. Mit einem Fluchtpunkt erreicht man eine Perspektive und die Fläche bekommt räumliche Tiefe. Es ist der Versuch in der zweiten Dimension das darzustellen, was wir als dreidimensional wahrnehmen. Genau genommen ist es eine Sinnestäuschung. Mit der angeblichen Tiefe gewinnen wir eine neue Perspektive. Die vier Flächen um das Rechteck in der Mitte haben eine Funktion. Durch die leeren Trapeze, die Längs- und Querschraffur wird der Blick automatisch auf die Mitte gelenkt und zwar hinter die Mitte, die man nicht sieht, auf die Linien aber zulaufen. Der räumliche Eindruck wird verstärkt. Der Fluchtpunkt wird zum Fokus, an dem sich alles ausrichtet.
Facebook Like-Box
 Social-Media-Inhalte aktivieren
Veranstaltungen
Di. 09.06.2026
Kontemplation
Di. 16.06.2026
Kontemplation
Di. 23.06.2026
Kontemplation
Di. 30.06.2026
Kontemplation

weitere Veranstaltungen ...
Schott Messbuch
Sonn- und Feiertagsgeläut
Meldungen der Erzdiözese
Aktuelles
Pfingstmontag, 25. Mai 2026
Hier können Sie sich den Meldebogen für das  "Buch der Verkehrstoten" herunterladen und uns zusenden.