Behütet und beschützt

Der Prophet Elia hat sich meistens von Gotte geschützt gewusst. Er konnte gar nicht fehlgehen, weil er überzeugt war, dass Gott auf seiner Seite steht. Zwar hat er immer wieder daran gezweifelt, aber die Grundrichtung seines Lebens war so, dass er sich sicher war, dass er den Schutz Gottes nie verlieren würde. So stellt ihn Emil Wachter an der Westseite des Elia-Turmes an der Autobahnkirche dar. Elia, geborgen in einem Trapez ist umgeben von Blütenranken. Er ist geschützt, wie Dornröschen im Schloss. Selbst die tödliche Verfolgung durch König Ahab und Königin Isebel kann ihm nichts anhaben. Er gewinnt dadurch eine sichere Position, von der aus er bis zuletzt handeln kann. Schließlich erleidet er nach der biblischen Überlieferung auch nicht den Tod, sondern er wird bei lebendigem Leib in den Himmel aufgenommen.
Wir sind weit entfernt davon, dass wir das Schicksal von Elia teilen. Wir spüren selten, dass wir von Gott erwählt sind. Wahrscheinlich sind wir sogar froh, dass wir nicht wie Elia in Dienst genommen werden und für die Sache Gottes kämpfen müssen. Wahrscheinlich sind wir nicht so mutig, dass wir uns vor einen Tyrannen stellen und sagen, dass dessen Tun von Grund auf falsch ist und er dafür die Strafe Gottes befürchten muss.
Ich glaube, dass wir gar nicht wie Elia handeln müssen. Sicherlich steht es mir gut an, wenn ich für meine Überzeugung eintrete, aber ich weiß nicht, wie weit ich gehen würde und wieviel Bedrohung ich aushalten könnte. Dann hätte ich gerne ein wenig von dem Gefühl des Elia, behütet und beschützt zu sein. Zu wissen, dass da jemand oder etwas ist, das mich nicht aufgibt, etwas Göttliches, das mich nicht verlorengibt und das mich trägt, das wäre schön und ein wertvolles Geschenk. Muss ich darauf warten, bis sich das mir offenbart? Oder soll ich davon ausgehen, dass es schon so ist? Dass ich mich in einem sicheren Rahmen bewege? Dass die Ranken des Lebens mich so einhüllen, dass mir nichts passieren kann? Wenn ich nur wüsste, wie das geht!
Ansprechpartner
Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Perspektiven öffnen

Eine auf den ersten Blick unverständliche Darstellung am Mose-Fries an der Autobahnkirche. Zwischen Mose und seiner Schwester Miriam findet sich eine Konstruktionszeichnung, in der auf der Fläche ein tiefer Raum aufgezogen wird. Möglich wird das durch die Konstruktion eines Fluchtpunktes, die die Malerei zur Zeit der Renaissance revolutioniert hat. Mit einem Fluchtpunkt erreicht man eine Perspektive und die Fläche bekommt räumliche Tiefe. Es ist der Versuch in der zweiten Dimension das darzustellen, was wir als dreidimensional wahrnehmen. Genau genommen ist es eine Sinnestäuschung. Mit der angeblichen Tiefe gewinnen wir eine neue Perspektive. Die vier Flächen um das Rechteck in der Mitte haben eine Funktion. Durch die leeren Trapeze, die Längs- und Querschraffur wird der Blick automatisch auf die Mitte gelenkt und zwar hinter die Mitte, die man nicht sieht, auf die Linien aber zulaufen. Der räumliche Eindruck wird verstärkt. Der Fluchtpunkt wird zum Fokus, an dem sich alles ausrichtet.
Facebook Like-Box
 Social-Media-Inhalte aktivieren
Veranstaltungen
Di. 09.06.2026
Kontemplation
Di. 16.06.2026
Kontemplation
Di. 23.06.2026
Kontemplation
Di. 30.06.2026
Kontemplation

weitere Veranstaltungen ...
Schott Messbuch
Sonn- und Feiertagsgeläut
Meldungen der Erzdiözese
Aktuelles
Pfingstmontag, 25. Mai 2026
Hier können Sie sich den Meldebogen für das  "Buch der Verkehrstoten" herunterladen und uns zusenden.