Wenn der Hahn dreimal kräht

Am Freikreuz hinter der Autobahnkirche sehen wir links oben einen Hahn abgebildet. Emil Wachter hat ihn den Werkzeugen der Kreuzigung hinzugefügt. Nun ist der Hahn aber keines der Folterwerkzeuge. Jesus hatte Petrus vorhergesagt, dass das Versprechen des Petrus, immer zu Jesus zu stehen, schon im Morgengrauen gebrochen sein wird. Als Petrus am Feuer im Hof des Kajaphas auf Jesus angesprochen wird, bekommt er es mit der Angst zu tun und leugnet, ihn zu kennen. Der Hahn kräht und ihm wird bewusst, dass er sein Versprechen gebrochen hat. Für Petrus gehört der Hahn zweifellos zur Kreuzigung, denn mit seinem Schrei bricht für ihn noch einmal eine Welt zusammen. Das Schicksal von Jesus läuft unabänderlich auf die Kreuzigung zu. Petrus aber hat auch seine Gewissheit verloren, keine Angst zu haben. Er erfährt am eigenen Leib, und dass sein Mut wenn überhaupt nur mittelmäßig ist. Er fühlt sich mitschuldig am Tod Jesu, weil er nicht entschieden für ihn einstehen konnte. Ein Nagel zum Kreuz!
Wenn Emil Wachter den Hahn zum Kreuz stellt, dann erzählt er nicht nur eine Begebenheit aus den Evangelien nach. Es ist gleichzeitig eine Mahnung für uns, fast zweitausend Jahre nach den Ereignissen in Jerusalem um das Jahr 30. Wo tragen wir heute dazu bei, dass Menschen ungerecht leiden, dass die Menschenrechte mit Füßen getreten werden und Unschuldige Menschen Opfer von staatlicher Willkür werden? Wir werden gefragt, wann wir lieber schweigen, wo wir besser reden sollten. Wann bekennen wir uns zu dem, was uns wichtig ist. Petrus hat seine Lektion gelernt.
Er erkennt seinen Anteil am Tod Jesu. Heute werden wir gefragt. Wir hören den Hahnenschrei in unseren Ohren. Wir wissen, dass wir unsere Stimme gegen Gewalt und Unterdrückung erheben sollen und aktiv für das eintreten können, von dem wir überzeugt sind. Wir müssen uns bewusst sein, dass wir von unserer Angst, selbst Opfer zu werden, bestimmt sind. Es ist also kluges Handeln gefragt. Dabei können wir uns immer wieder an der Botschaft Jesu orientieren, um nicht falschen Propheten nachzulaufen. Daran kann uns der Hahnenschrei am frühen Morgen erinnern!
 
 
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Schlangenzauber

Wie ringt man einem störrischen Pharao Zugeständnisse für das eigene unterdrückte Volk ab? Mose und Aaron versuchen es mit verschiedenen Mitteln und dringen mit Vernunft nicht zum verstockten Herz des Pharaos durch. Sie wenden also einen Zaubertrick an. Es ist lediglich ein kleines Vorspiel, für all das, was noch kommen soll. Und es macht Eindruck, besonders wenn sich Magier miteinander messen:
»8 Der HERR sagte zu Mose und Aaron: 9 »Wenn euch der Pharao auffordert, euch durch ein Wunder auszuweisen, dann sagst du, Mose, zu Aaron: ›Nimm deinen Stock und wirf ihn vor dem Pharao auf den Boden!‹ Dann wird er zu einer Schlange werden.« 10 Mose und Aaron gingen zum Pharao und taten, was ihnen der HERR aufgetragen hatte. Aaron warf seinen Stock vor dem Pharao und seinen Ministern auf den Boden und er wurde zur Schlange. 11 Aber der Pharao rief seine Magier und Beschwörer, und sie vollbrachten mit ihren Zauberkünsten dasselbe. 12 Jeder von ihnen warf seinen Stock auf den Boden und er wurde zu einer Schlange. Doch Aarons Stock verschlang die Stöcke der Ägypter. 13 Trotzdem blieb der Pharao starrsinnig und schlug ihre Forderung ab, genau wie der HERR es vorausgesagt hatte.« (Exodus 7,8-13, Übersetzung Gute Nachricht)
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