Das Leben am Leben halten

Eines der am häufigsten verwendeten Motive von Emil Wachter an der Autobahnkirche ist der Lebensbaum. Ob in den Fenster, an den Türen oder in den Betonreliefs, immer wieder taucht der Lebensbaum auf. Am Abrahamstor sehen wir ihn auf eine besondere Weise. Abraham umfasst den Stamm des Lebensbaumes. Das können wir auf unterschiedliche Weise deuten: Hält sich Abraham am Lebensbaum fest oder hält der ihn? Hält Abraham das Leben oder hält er sich dadurch am Leben fest, indem er den Kontakt zum Lebendigen sucht? Wahrscheinlich müssen wir diese Antwort offen lassen, beide Deutungen sind ja möglich. Abraham gilt als der Stammvater der drei großen monotheistischen Religionen. Das Judentum, das Christentum und der Islam berufen sich auf ihn. Er war der, der nicht nur das Leben als Stammvater dieser drei Religionen begründet, sondern auch der erste war, dem sich Gott in besonderer Weise offenbart haben soll. So gesehen ist Abraham derjenige, der zusammen mit Sara, seiner Frau, das Leben hält, er ist im wahrsten Sinne des Wortes der Stammhalter.
Abraham und Sara sind ein Paar, das gelernt hat, einer Verheißung zu trauen. Gegen alle Vernunft machen sie sich im hohen Alter auf, ziehen in ein neues Land und geben sich ein neues Ziel: Sie gründen eine Familie. Sie werden darin oft als Vorbild bezeichnet, wie Glauben geht. Das kann man so sehen, aber zuerst einmal sind sie Menschen, die dem Leben trauen, die gelernt haben, dass das Leben immer neue Überraschungen bereit hält. Die sind dann auch spannend genug, dass man sich darauf einlassen kann. Sara und Abraham halten sich am Leben fest, denn sie wissen, dass sie nur so eine Zukunft haben.
Sie verbinden ihr Leben, ihre Zukunft mit Gott und den Verheißungen, die sie bekommen haben. Sie glauben daran, dass das Leben, ihr Leben weitergeht. Sie sind für uns Stammhalter des Lebens, weil sie sich nicht nur für sich am Leben festhalten, sondern es auch für uns und alle weiteren Generationen halten. Sie halten sich und uns am Leben. Besser als mit dem Lebensbaum kann man das nicht darstellen. Und was tun wir? Halten wir das Leben am Leben und uns am Leben? Und wenn nicht, wie geht das?
 
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Schlangenzauber

Wie ringt man einem störrischen Pharao Zugeständnisse für das eigene unterdrückte Volk ab? Mose und Aaron versuchen es mit verschiedenen Mitteln und dringen mit Vernunft nicht zum verstockten Herz des Pharaos durch. Sie wenden also einen Zaubertrick an. Es ist lediglich ein kleines Vorspiel, für all das, was noch kommen soll. Und es macht Eindruck, besonders wenn sich Magier miteinander messen:
»8 Der HERR sagte zu Mose und Aaron: 9 »Wenn euch der Pharao auffordert, euch durch ein Wunder auszuweisen, dann sagst du, Mose, zu Aaron: ›Nimm deinen Stock und wirf ihn vor dem Pharao auf den Boden!‹ Dann wird er zu einer Schlange werden.« 10 Mose und Aaron gingen zum Pharao und taten, was ihnen der HERR aufgetragen hatte. Aaron warf seinen Stock vor dem Pharao und seinen Ministern auf den Boden und er wurde zur Schlange. 11 Aber der Pharao rief seine Magier und Beschwörer, und sie vollbrachten mit ihren Zauberkünsten dasselbe. 12 Jeder von ihnen warf seinen Stock auf den Boden und er wurde zu einer Schlange. Doch Aarons Stock verschlang die Stöcke der Ägypter. 13 Trotzdem blieb der Pharao starrsinnig und schlug ihre Forderung ab, genau wie der HERR es vorausgesagt hatte.« (Exodus 7,8-13, Übersetzung Gute Nachricht)
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