Mensch, wo bist du?

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Das Buch Genesis versucht in den Schöpfungserzählungen eine Erklärung dafür zu geben, warum wir so leben, wie wir es tun und warum unsere Lebensumstände nun mal so sind wie sie sind. Eine Erzählung am Anfang des Buches Genesis beschreibt, wie die Menschen Erkenntnis erlangen und wie sie deshalb mit sich selbst konfrontiert sind: »6 Da sah die Frau, dass es köstlich wäre, von dem Baum zu essen, dass der Baum eine Augenweide war und begehrenswert war, um klug zu werden. Sie nahm von seinen Früchten und aß; sie gab auch ihrem Mann, der bei ihr war, und auch er aß. 7 Da gingen beiden die Augen auf und sie erkannten, dass sie nackt waren. Sie hefteten Feigenblätter zusammen und machten sich einen Schurz. 8 Als sie an den Schritten hörten, dass sich Gott, der Herr, beim Tagwind im Garten erging, versteckten sich der Mensch und seine Frau vor Gott, dem Herrn, inmitten der Bäume des Gartens. 9 Aber Gott, der Herr, rief nach dem Menschen und sprach zu ihm: Wo bist du?« (Gen 3,6-9, Einheitsübersetzung 2016)
Diese Frage wird uns auch dann gestellt wenn wir mit unseren Gedanken irgendwo anders sind, sei es, weil uns das momentane Geschehen nichts angeht oder uns nicht interessiert, oder wir das, was jetzt gerade geschieht nicht ertragen können. In allen Fällen fliehen wir in Gedanken an einen anderen Ort. Das ist eine oft notwendige Strategie, aber wir verlieren dadurch auch den Bezug zur Realität.
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Die Frage »Wo bist du?« Holt uns zurück. Wenn ich die Abbildung von Adam und Eva am Noah-Turm betrachte, dann fällt mir dabei nicht gleich der Sündenfall ein, der dargestellt ist, sondern diese Frage Gottes. Sie holt mich immer wieder in den Augenblick zurück. Ich muss über das Nachdenken, wovor ich gerade geflohen bin. Vielleicht gehen dann auch die Augen auf und wir erkennen beschämt, dass wir jetzt nicht aufmerksam genug waren oder bewusst irgendwo anders hingegangen sind. Vielleicht ist das genau auch die Frage, die uns Religion immer wieder stellt: »Mensch, wo bist du jetzt? Wo stehst du gerade?« Hoffentlich können wir dann eine gute Antwort geben!
 
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Wenn Abraham alle Menschen als Stammvater umfasst, kommt eine Botschaft heraus, wie sie besser nicht formuliert werden kann. Sie zieht sich durch die Heilige Schrift wie ein roter Faden. Beim Propheten Jesaja hört sie sich so an: »18b Der HERR sagt: »Die Zeit kommt, dass ich die Menschen aller Völker und Sprachen versammle. Sie alle werden zu mir kommen und meine Herrlichkeit sehen. 19 Ich werde ein Zeichen unter ihnen aufrichten und Boten zu ihnen senden – Menschen aus allen Völkern, die sich mir angeschlossen haben. Zu den fernsten Küsten sende ich meine Boten, nach Tarschisch, Put und Lud, nach Meschech, Tubal und Jawan. Unter den Völkern, die noch nichts von mir gehört und meine herrlichen Taten nicht gesehen haben, sollen sie meinen Ruhm bekannt machen. 20 Wenn sie zurückkehren, werden sie alle eure Brüder und Schwestern mitbringen, die noch unter den Völkern zerstreut sind. Auf Pferden, Maultieren und Dromedaren, in Wagen und Sänften werden dann aus aller Welt die Zerstreuten meines Volkes zu meinem heiligen Berg nach Jerusalem gebracht werden, als eine Opfergabe der Völker für mich, den HERRN – so wie ihr Israeliten eure Speiseopfer in reinen Gefäßen zu meinem Tempel bringt. « (Jesaja 66,18b-20, Übersetzung Gute Nachricht).
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