Wo ist der Osterhase?

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Die Deckenbilder in der Krypta der Autobahnkirche werden gerne übersehen, sie sind aber nicht nur zu Dekorationszwecken oder zur geschickten Verzierung der Lampen angebracht. Sie binden sich in die Botschaft der Autobahnkirche ein: »Höre auf das, was Gott dir sagt.« So auch das Motiv des Hasen. Emil Wachter bindet vier hoppelnde Hasen in Form eines Mandala zusammen. Er greift ein altes Fruchtbarkeitssymbol auf, das schon früh zur Symbolisierung der christlichen Botschaft vom Leben verwendet wurde. Nach den kalten und langen Winternächten blüht die Natur wieder auf. Besonders die Tierwelt erwacht und zeugt neues Leben. Die Hasen erscheinen dabei als Tiere, die freudig den Frühling und die erwachende Natur begrüßen. Nicht zuletzt ihr Hoppeln, das auf uns fröhlich wirkt, hat zu dieser Sichtweise beigetragen. Der Osterhase und das Osterei sind gute Beispiele für die Lebendigkeit der Natur. Deshalb verschenken wir an Ostern Abbildungen und essbare Nachbildungen von Hasen, um an dieser neu erwachten Lebendigkeit Teil zu haben. Es ist der Wunsch nach einem neuen und guten Leben, das mit der Auferstehung Jesu beginnt. Und immer wiederkehrend, jedes Jahr werden wir neu mit dieser Botschaft vom Lebenden, der den Tod überwunden hat, konfrontiert. Die Auferstehung ist Vorgeschmack auf das neue Leben, an dem wir teilhaben, und zwar schon jetzt, nicht erst nach unserem eigenen Tod. Fruchtbarkeit und Lebensfreude sind mit diesem Leben, mit der Gegenwart verbunden.
Nehmen wir uns diese Hasen, die durch eine angedeutete Wiese hoppeln, als Ausdruck unserer eigenen Lebendigkeit, die an Ostern neue Impulse bekommt. Das ist eine Zusage, die nicht nur an Ostern erneuert wird, sondern für jede Jahreszeit gilt:
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»Neues Leben ist das ganze Jahr über erfahrbar. Wenn es mit Deinem Alltag schwierig wird, verbinde Dich neu mit dieser Lebendigkeit. Komm doch in diese Kirche, hier ist der Ort, an dem du es leibhaftig erleben kannst. Hier kannst Du spüren, was sich draußen in der Natur vollzieht: Gott schenkt neues Leben. Du hast jetzt schon Anteil daran, das neue Leben ist Dir geschenkt. Du lebst es bereitsDu kannst Dich freuen.«
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Perspektiven öffnen

Eine auf den ersten Blick unverständliche Darstellung am Mose-Fries an der Autobahnkirche. Zwischen Mose und seiner Schwester Miriam findet sich eine Konstruktionszeichnung, in der auf der Fläche ein tiefer Raum aufgezogen wird. Möglich wird das durch die Konstruktion eines Fluchtpunktes, die die Malerei zur Zeit der Renaissance revolutioniert hat. Mit einem Fluchtpunkt erreicht man eine Perspektive und die Fläche bekommt räumliche Tiefe. Es ist der Versuch in der zweiten Dimension das darzustellen, was wir als dreidimensional wahrnehmen. Genau genommen ist es eine Sinnestäuschung. Mit der angeblichen Tiefe gewinnen wir eine neue Perspektive. Die vier Flächen um das Rechteck in der Mitte haben eine Funktion. Durch die leeren Trapeze, die Längs- und Querschraffur wird der Blick automatisch auf die Mitte gelenkt und zwar hinter die Mitte, die man nicht sieht, auf die Linien aber zulaufen. Der räumliche Eindruck wird verstärkt. Der Fluchtpunkt wird zum Fokus, an dem sich alles ausrichtet.
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