Jerusalem, du Stadt des Friedens

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Jerusalem ist eine der ältesten Ansiedlungen der Menschheit. Jerusalem ist aber auch eine der Städte, die im Lauf der Geschichte immer wieder im Brennpunkt des Interesses gestanden ist. Und Jerusalem ist auch die Stadt, die am meisten von verschiedenen Religionen profitiert und unter den Konflikten, die diese Religionen mit sich brachten, gelitten hat. Der Zion als Ziel des Volkes Israels nach dem Auszug aus Ägypten, der Ort des Tempels und Heilsversprechen für ein Volk, der Ort des Wirkens, des Todes und der Auferstehung Jesu, der Ort, an dem die Kirche geboren wurde, der Ort, von dem Mohammed in den Himmel aufgefahren ist, das Ziel der Kreuzzüge und Sehnsuchtsort für Millionen Menschen durch die Jahrhunderte, der Ort, der auch heute die Nachrichten bestimmt im Streit zwischen Israelis und Palästinensern. Die Liste ließe sich beliebig erweitern.
Eine Stadt, die so umstritten und umkämpft war, braucht ein neues Programm. Wenn man nicht dabei ansetzt, was an Kriegen geführt wird und worum gestritten wird, sondern daran, was aus dieser Stadt an Lebendigkeit und Inspiration ausgegangen ist, dann könnte sich daraus ein neues Verständnis entwickeln. Dann wird Jerusalem zu einer Stadt des Friedens. Das geschieht nicht von allein und Beschwörungen, wie sie die Apokalypse bereithält, die vom himmlischen Jerusalem spricht, helfen da nicht weiter. Auch nicht immer neue Verhandlungen, deren Ergebnis das Papier nicht wert ist, auf dem sie festgehalten werden.
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Es sind vielleicht die Bilder, die wir im Kopf haben, wenn wir von einem himmlischen Jerusalem träumen, so wie es Emil Wachter mit dem Fenster in der Autobahnkirche tut. Es könnte der Traum einer Stadt des Friedens sein, in der Menschen unterschiedlichen Glaubens zusammenkommen und beten. Es könnte ja ein Ort sein, an dem Menschen sich treffen, ohne diesen Ort exklusiv für sich zu reklamieren, sondern an dem alle gleichberechtigt ihre Gebete sprechen können. Es könnte ein Ort sein, an dem Menschen zusammenkommen, die sich um die Zukunft der Welt sorgen, und nicht Rache nehmen für das, was in der Vergangenheit geschehen ist. Eine Stadt des Friedens könnte ein Vision für Jerusalem heute sein.
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Wenn Abraham alle Menschen als Stammvater umfasst, kommt eine Botschaft heraus, wie sie besser nicht formuliert werden kann. Sie zieht sich durch die Heilige Schrift wie ein roter Faden. Beim Propheten Jesaja hört sie sich so an: »18b Der HERR sagt: »Die Zeit kommt, dass ich die Menschen aller Völker und Sprachen versammle. Sie alle werden zu mir kommen und meine Herrlichkeit sehen. 19 Ich werde ein Zeichen unter ihnen aufrichten und Boten zu ihnen senden – Menschen aus allen Völkern, die sich mir angeschlossen haben. Zu den fernsten Küsten sende ich meine Boten, nach Tarschisch, Put und Lud, nach Meschech, Tubal und Jawan. Unter den Völkern, die noch nichts von mir gehört und meine herrlichen Taten nicht gesehen haben, sollen sie meinen Ruhm bekannt machen. 20 Wenn sie zurückkehren, werden sie alle eure Brüder und Schwestern mitbringen, die noch unter den Völkern zerstreut sind. Auf Pferden, Maultieren und Dromedaren, in Wagen und Sänften werden dann aus aller Welt die Zerstreuten meines Volkes zu meinem heiligen Berg nach Jerusalem gebracht werden, als eine Opfergabe der Völker für mich, den HERRN – so wie ihr Israeliten eure Speiseopfer in reinen Gefäßen zu meinem Tempel bringt. « (Jesaja 66,18b-20, Übersetzung Gute Nachricht).
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