Tor zur Welt

Steht man vor dem Glockenturm an der Autobahnkirche, dann sieht man drei Tore, die sich zum Schwarzwald hin öffnen. Drei Tore, die man durchschreitet, wenn man das Gelände der Autobahnkirche verlässt oder auf sie zugeht. Das hat eine tiefe Symbolik. Mit Toren trennen wir Bereiche ab und schaffen gleichzeitig die Möglichkeit, durch scheinbar unüberwindbare Mauern hindurchzuschreiten. Heute müssen wir unsere Städte nicht mehr durch Mauern und bewachte Tore schützen. Wir können unsere Sicherheit anders garantieren. Aber sinnbildlich bestehen immer noch Mauern, die Grenzen zwischen Menschen und Institutionen, zwischen Lehren und Überzeugungen sind oft unüberwindlich. Wir wissen heute auch, dass es schwieriger ist, Mauern in den Köpfen zu durchbrechen als sie im wirklichen Leben zu schleifen.
Mauern schützen. Deshalb ziehen wir innerlich Mauern hoch, um uns sicher zu fühlen. Wir schützen unseren Glauben vor Einflüssen von außen. Das ist auch gut so. Doch so wichtig wie Mauern sind auch die Tore, die die Mauern durchbrechen. Durch Tore findet der Austausch zwischen der Welt draußen und drinnen statt. Durch Tore ist es möglich, einen kontrollierten Eingang in die Innenwelt zu finden. Durch Tore kann etwas von mir nach draußen gelangen, um dann verändert zu mir zurückzukommen. Mit viel Vertrauen kommen diese Tore ohne Türen aus, das heißt es sind nur Öffnungen in den mauern, die nicht einmal bewacht werden müssen. Je offener Tore sind, um so einfacher ist Austausch möglich.
Gerade im Blick auf die Welt um uns herum ist dieser Austausch wichtig. Diese Welt kann uns intensiv beeinflussen, und auch wir haben die Chance, Einfluss zu nehmen. Wenn es gelingt, die Tore in beiden Richtungen offenzuhalten, so wie die, die Emil Wachter entworfen hat, dann bleibt der Kontakt zur Welt lebendig. Wenn ich aber glaube, mich und das, was mir wichtig ist, unbedingt vor der Welt draußen zu schützen, oder wenn ich selbst das Interesse verliere, in die Welt hinauszugehen, dann verschließe ich diese Tore und die Mauer wird undurchdringlich. Mit der Zeit werden dann selbst die Tore überflüssig und alles um mich herum ist nur noch Mauer. Wollen wir das?
Ansprechpartner
Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Perspektiven öffnen

Eine auf den ersten Blick unverständliche Darstellung am Mose-Fries an der Autobahnkirche. Zwischen Mose und seiner Schwester Miriam findet sich eine Konstruktionszeichnung, in der auf der Fläche ein tiefer Raum aufgezogen wird. Möglich wird das durch die Konstruktion eines Fluchtpunktes, die die Malerei zur Zeit der Renaissance revolutioniert hat. Mit einem Fluchtpunkt erreicht man eine Perspektive und die Fläche bekommt räumliche Tiefe. Es ist der Versuch in der zweiten Dimension das darzustellen, was wir als dreidimensional wahrnehmen. Genau genommen ist es eine Sinnestäuschung. Mit der angeblichen Tiefe gewinnen wir eine neue Perspektive. Die vier Flächen um das Rechteck in der Mitte haben eine Funktion. Durch die leeren Trapeze, die Längs- und Querschraffur wird der Blick automatisch auf die Mitte gelenkt und zwar hinter die Mitte, die man nicht sieht, auf die Linien aber zulaufen. Der räumliche Eindruck wird verstärkt. Der Fluchtpunkt wird zum Fokus, an dem sich alles ausrichtet.
Facebook Like-Box
 Social-Media-Inhalte aktivieren
Veranstaltungen
Di. 02.06.2026
Kontemplation
Di. 09.06.2026
Kontemplation
Di. 16.06.2026
Kontemplation
Di. 23.06.2026
Kontemplation
Di. 30.06.2026
Kontemplation

weitere Veranstaltungen ...
Schott Messbuch
Sonn- und Feiertagsgeläut
Meldungen der Erzdiözese
Aktuelles
Pfingstmontag, 25. Mai 2026
Hier können Sie sich den Meldebogen für das  "Buch der Verkehrstoten" herunterladen und uns zusenden.