Machtgötter

Immer dann, wenn wir Menschen uns ohnmächtig fühlen, dann suchen wir nach Modellen, wie wir dieser Ohnmacht begegnen können. Wir erzählen Geschichten, in denen beispielsweise Götter den Sieg davon tragen und den Menschen wieder ein gutes und glückliches Leben ermöglichen. In vielen Mythen werden so die Unbilden des Lebens ins Gegenteil gewendet und aus der Ohnmachtserfahrung wird eine Demonstration göttlicher Macht. Es gab eine Zeit der Menschheitsentwicklung, in der wir ohne diese mächtigen Götter nicht ausgekommen sind. Ihre Spuren sind noch immer in den Heiligen Schriften quer durch alle Religionen zu finden, auch in der Bibel. Der Gott des ersten Testaments wird oft als mächtiger Krieger geschildert, der für sein Volk kämpft oder es dem Untergang preisgibt.
Die Botschaft von Jesus war eine andere und das Christentum ist ursprünglich auch anders aufgetreten. Jesus brauchte diesen allmächtigen, kämpfenden Gott nicht, der immer dann eingreift, wenn es nötig wird. Im Gegenteil, er ist wohl auch daran verzweifelt, dass Gott nicht allmächtig ist und eingreift, als er ihn am nötigsten brauchte. Doch er blieb seinem Glauben treu und hielt seinem ohnmächtigen Gott die Treue. Das war auch der Beginn der christlichen Verkündigung, denn gerade darin haben die Jesusjünger Jesu neues Leben erfahren und die Gegenwart von Jesus gespürt.
In der Kirchengeschichte wurde aus diesem ohnmächtigen Gott doch wieder der Machtgott, der auf der eigenen Seite für die gerechte Sache kämpfte. Kriegsparteien nahmen den gleichen Gott jeweils für sich in Anspruch. Wozu diese Kriege geführt haben, in denen »Gott mit uns« kämpfte, haben wir nur zu deutlich erlebt.
Brauchen wir diesen mächtigen Gott noch? Können wir uns neu an der Botschaft von Jesus orientieren, dass wir mit Gott nicht Machtinteressen durchsetzen können, ohne uns am Leben zu versündigen? Jesus hat es vorgelebt, dass wir einem ohnmächtigen Gott vertrauen können, auch wenn wir dadurch nicht zum glanzvollen Sieg kommen. Er hat gezeigt, dass wir nicht durch Macht, sondern durch Ohnmacht zum Leben kommen.
Ansprechpartner
Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Schlangenzauber

Wie ringt man einem störrischen Pharao Zugeständnisse für das eigene unterdrückte Volk ab? Mose und Aaron versuchen es mit verschiedenen Mitteln und dringen mit Vernunft nicht zum verstockten Herz des Pharaos durch. Sie wenden also einen Zaubertrick an. Es ist lediglich ein kleines Vorspiel, für all das, was noch kommen soll. Und es macht Eindruck, besonders wenn sich Magier miteinander messen:
»8 Der HERR sagte zu Mose und Aaron: 9 »Wenn euch der Pharao auffordert, euch durch ein Wunder auszuweisen, dann sagst du, Mose, zu Aaron: ›Nimm deinen Stock und wirf ihn vor dem Pharao auf den Boden!‹ Dann wird er zu einer Schlange werden.« 10 Mose und Aaron gingen zum Pharao und taten, was ihnen der HERR aufgetragen hatte. Aaron warf seinen Stock vor dem Pharao und seinen Ministern auf den Boden und er wurde zur Schlange. 11 Aber der Pharao rief seine Magier und Beschwörer, und sie vollbrachten mit ihren Zauberkünsten dasselbe. 12 Jeder von ihnen warf seinen Stock auf den Boden und er wurde zu einer Schlange. Doch Aarons Stock verschlang die Stöcke der Ägypter. 13 Trotzdem blieb der Pharao starrsinnig und schlug ihre Forderung ab, genau wie der HERR es vorausgesagt hatte.« (Exodus 7,8-13, Übersetzung Gute Nachricht)
Facebook Like-Box
 Social-Media-Inhalte aktivieren
Veranstaltungen
Di. 15.09.2026
Kontemplation
Di. 22.09.2026
Kontemplation
Di. 29.09.2026
Kontemplation

weitere Veranstaltungen ...
Schott Messbuch
Sonn- und Feiertagsgeläut
Meldungen der Erzdiözese
Hier können Sie sich den Meldebogen für das  "Buch der Verkehrstoten" herunterladen und uns zusenden.