Alles nur die Schuld von Eva?

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Die Erzählung vom Sündenfall aus dem Buch Genesis hat im Verlauf der Geschichte viel Unheil angerichtet. Mit dieser Geschichte wurde begründet, warum die Frau dem Manne untergeordnet sei und dass sie den Adam zum Übertreten des göttlichen Gebotes animiert hätte. Auch dass die Frau einen schwachen Charakter hätte und damit den Einflüsterungen des Bösen viel leichter erliegen würde als der Mann. All das ist natürlich Unsinn und kann heute nicht mehr ernsthaft behauptet werden. Solche Deutungen haben dazu beigetragen, dass es hauptsächlich Frauen waren, die während der Hexenverfolgungen grausam gefoltert und ermordet wurden. Es liegt aber in der Natur von solchen Geschichten, dass sie auf diese Weise im kollektiven Gedächtnis bleiben und wider besseres Wissen immer wieder weitergegeben werden.
In der Erzählung des Buches Genesis ist es das erste Menschenpaar, das gemeinsam entscheidet, sich über das göttliche Verbot, von den Früchten des Baumes des Lebens zu essen, zusetzen. Beide erkannten sich als nackt und müssen miteinander die Folgen der Vertreibung aus dem Paradies ertragen. Diese Geschichte wurde ursprünglich erzählt, um zu erklären, warum die Menschen unter schwierigen Bedingungen leben müssen, warum es Schmerz, Leid und Tod gibt, und warum auch am Beginn eines neuen Lebens so viel Schmerz steht.
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Sicher lassen sich in der Paradieseserzählung patriarchale Strukturen finden, so wird Eva als Gehilfin des Mannes bezeichnet und aus seiner Rippe geschaffen, nicht aus Ackerboden wie bei Adam. Aber das geht ohne Schuldzuschreibungen zu. Ein Denken aber, das mit Schuld arbeitet und diese fast ausschließlich den Frauen zuschreibt, können wir heute getrost beiseite lassen. Es muss uns aber bewusst sein, dass es immer noch präsent ist. Deshalb müssen wir darauf achten, wie wir diese Geschichte erzählen.
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Perspektiven öffnen

Eine auf den ersten Blick unverständliche Darstellung am Mose-Fries an der Autobahnkirche. Zwischen Mose und seiner Schwester Miriam findet sich eine Konstruktionszeichnung, in der auf der Fläche ein tiefer Raum aufgezogen wird. Möglich wird das durch die Konstruktion eines Fluchtpunktes, die die Malerei zur Zeit der Renaissance revolutioniert hat. Mit einem Fluchtpunkt erreicht man eine Perspektive und die Fläche bekommt räumliche Tiefe. Es ist der Versuch in der zweiten Dimension das darzustellen, was wir als dreidimensional wahrnehmen. Genau genommen ist es eine Sinnestäuschung. Mit der angeblichen Tiefe gewinnen wir eine neue Perspektive. Die vier Flächen um das Rechteck in der Mitte haben eine Funktion. Durch die leeren Trapeze, die Längs- und Querschraffur wird der Blick automatisch auf die Mitte gelenkt und zwar hinter die Mitte, die man nicht sieht, auf die Linien aber zulaufen. Der räumliche Eindruck wird verstärkt. Der Fluchtpunkt wird zum Fokus, an dem sich alles ausrichtet.
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