Feuerräder

Feuer hat die Menschen schon immer schon fasziniert. Es ist etwas Bedrohliches und ermöglichte überhaupt jede Art von Zivilisation. Wer das Feuer beherrscht, der hat auch die Macht. Feuer, und das war wohl die erste Erfahrung der frühen Menschheit, ist gefährlich und zerstört, Feuer ist lebensbedrohlich. Wenn es wütete konnte man ihm keinen Einhalt gebieten, es blieb nur die Flucht, bis heute. Aber es gelang auch, niemand weiß so recht wann, das Feuer zu zähmen und für den eigenen Gebrauch einzusetzen. Zunächst musste man es hüten, weil es nicht selbst entzündet werden konnte. Später, mit entsprechenden Werkzeugen, war es immer verfügbar und frei nutzbar. In der griechischen Mythologie waren es die Götter, die den Menschen das Feuer vorenthalten haben. Erst der Ungehorsam des Prometheus brachte den Menschen das Feuer und damit auch die Kultur.
In der Bibel wird nichts dergleichen beschrieben. Und doch ist das Feuer eines der Attribute Gottes im ersten Testament. Viele Beschreibungen des Himmels kamen ohne das Feuer nicht aus. Gotteserscheinungen waren oft mit Feuer verbunden. So ist es auch nicht verwunderlich dass Elia, als er bei lebendigem Leib in den Himmel aufgenommen wurde, das in einem Feuerwagen tat. »Während Elia und Elischa miteinander gingen und redeten, erschien ein feuriger Wagen mit feurigen Pferden und trennte beide voneinander. Elija fuhr im Wirbelsturm zum Himmel empor.« (2 Könige 2,11). Elia wird in den Himmel aufgenommen und hat schon bei seiner Auffahrt die Attribute des Himmels bei sich.
Es erinnert an unsere Zeit, denn den Himmel können auch wir nur mit Feuer erobern, man denke nur an die Raketenaggregate oder Düsentriebwerke, mit deren Hilfe sich Menschen in den Himmel erheben können, oder etwas gemächlicher im Heißluftballon. Es ist die Kraft des Feuers, die uns hilft, den Himmel zu erreichen. Elia gelingt es mit Feuerpferden und Feuerwagen, wie haben heute andere Mittel dazu. Aber erobern wir damit wirklich den Himmel oder erobern wir nur die Lüfte und vielleicht das All? Es braucht ein besonderes Feuer, um Gott nahe zu kommen und in den Himmel einzuziehen. Deshalb ist die Erzählung von der Himmelfahrt des Elia noch immer faszinierend und braucht feurige Bilder!
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Perspektiven öffnen

Eine auf den ersten Blick unverständliche Darstellung am Mose-Fries an der Autobahnkirche. Zwischen Mose und seiner Schwester Miriam findet sich eine Konstruktionszeichnung, in der auf der Fläche ein tiefer Raum aufgezogen wird. Möglich wird das durch die Konstruktion eines Fluchtpunktes, die die Malerei zur Zeit der Renaissance revolutioniert hat. Mit einem Fluchtpunkt erreicht man eine Perspektive und die Fläche bekommt räumliche Tiefe. Es ist der Versuch in der zweiten Dimension das darzustellen, was wir als dreidimensional wahrnehmen. Genau genommen ist es eine Sinnestäuschung. Mit der angeblichen Tiefe gewinnen wir eine neue Perspektive. Die vier Flächen um das Rechteck in der Mitte haben eine Funktion. Durch die leeren Trapeze, die Längs- und Querschraffur wird der Blick automatisch auf die Mitte gelenkt und zwar hinter die Mitte, die man nicht sieht, auf die Linien aber zulaufen. Der räumliche Eindruck wird verstärkt. Der Fluchtpunkt wird zum Fokus, an dem sich alles ausrichtet.
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