Nimm doch Platz!

Die meiste Zeit findet man in der Autobahnkirche einen freien Platz, auf den man sich setzen kann. Diese Einladung ist ausgesprochen: »Nimm Platz und nimm dir Zeit!« In der Fensterfront der Nordseite sehen wir auch einen freien Platz. Emil Wachter hat den Thron Gottes dargestellt und dieser Thron ist unbesetzt. Warum wohl? Wir können uns unterschiedliche Möglichkeiten ausmalen, es gibt viele Deutungen für diesen leeren Thron. Wir können ihn zum Beispiel auch als eine Einladung sehen, selbst Platz zu nehmen. Aber auf dem Thron Gottes? Da habe ich doch nichts verloren! Dieser Thron ist nicht für mich. Da haben wir nicht Unrecht, wenn wir es so sehen. Der Platz, den wir Gott zuschreiben, der steht uns nicht zu. Es wäre anmaßend und überheblich, sich selbst auf diesen Thron zu setzen.
Doch eine Einladung ist es etwas anderes. Der Besitzer lädt uns ein, auf seinem Stuhl Platz zu nehmen. Und wenn wir jetzt Gott als Einladende/r sehen, dann stellt Gott den Thron den Menschen zu Verfügung. Das heißt nicht, dass wir dadurch alle Eigenschaften Gottes auch übernehmen würden. Allmächtig und allwissend sind wir dadurch noch lange nicht. Es bleibt auch die Frage, ob wir mit Herrschaft entsprechend umgehen können, so dass es zum Wohl der Menschheit, des Lebens, der Welt und dem Kosmos gereicht. Doch die Einladung ist ausgesprochen. Wir können es ja einmal probieren, was es bedeutet, auf dem Thron Gottes Platz zu nehmen. Ist es die Verantwortung, die uns da Angst macht? Ist es der fehlende Überblick, der unsere Entscheidungen zu
kleinkariert erscheinen lässt. Ist es die Angst vor den vielen Anfragen, die uns erreichen würden, wenn wir hier sitzen. Nein, wir würden all dem nicht gerecht werden und so haben immer Menschen davor gewarnt, sich nicht gottgleich zu fühlen. Doch es wäre gut, einmal zu überlegen, wie wir an Gottes Stelle handeln würden, wenn es Gott gibt. Wahrscheinlich würde sich allein dadurch unsere Sichtweise auf die Welt grundlegend ändern. Also: Nimm doch mal Platz auf dem Thron Gottes.
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Schlangenzauber

Wie ringt man einem störrischen Pharao Zugeständnisse für das eigene unterdrückte Volk ab? Mose und Aaron versuchen es mit verschiedenen Mitteln und dringen mit Vernunft nicht zum verstockten Herz des Pharaos durch. Sie wenden also einen Zaubertrick an. Es ist lediglich ein kleines Vorspiel, für all das, was noch kommen soll. Und es macht Eindruck, besonders wenn sich Magier miteinander messen:
»8 Der HERR sagte zu Mose und Aaron: 9 »Wenn euch der Pharao auffordert, euch durch ein Wunder auszuweisen, dann sagst du, Mose, zu Aaron: ›Nimm deinen Stock und wirf ihn vor dem Pharao auf den Boden!‹ Dann wird er zu einer Schlange werden.« 10 Mose und Aaron gingen zum Pharao und taten, was ihnen der HERR aufgetragen hatte. Aaron warf seinen Stock vor dem Pharao und seinen Ministern auf den Boden und er wurde zur Schlange. 11 Aber der Pharao rief seine Magier und Beschwörer, und sie vollbrachten mit ihren Zauberkünsten dasselbe. 12 Jeder von ihnen warf seinen Stock auf den Boden und er wurde zu einer Schlange. Doch Aarons Stock verschlang die Stöcke der Ägypter. 13 Trotzdem blieb der Pharao starrsinnig und schlug ihre Forderung ab, genau wie der HERR es vorausgesagt hatte.« (Exodus 7,8-13, Übersetzung Gute Nachricht)
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