Dein Reich komme

Die erste Bitte aus dem Vaterunser ist uns sehr vertraut, wir sprechen sie fast schon selbstverständlich aus. Auch die Rede vom Reich Gottes geht uns leicht über die Lippen. Aber wissen wir eigentlich, um was wir dabei beten und von was wir reden? Zunächst einmal wird deutlich, dass wir um etwas beten, das jetzt noch nicht da ist. Aus der Verkündigung von Jesus wissen wir aber, dass er die Gegenwart des Reiches verkündet hat. Es ist unter Euch, wie er immer wieder betont hat. Sein ganzes Handeln und Wirken diente dem Aufweis, dass diese Herrschaft Gottes jetzt schon sichtbar und lebendig ist. Ein Blick auf unsere Welt, auf die zur Zeit Jesu und auf unsere gegenwärtige belehrt uns eines besseren. Das soll das Reich Gottes sein, in dem wir leben? Nie und nimmer! Seit 2000 Jahren haben wir es nicht geschafft, es auch nur ansatzweise Wirklichkeit werden zu lassen. Im Gegenteil, es scheint sogar, dass die Bitte immer mehr Nachdruck braucht, je mehr sich unser Blick auf die Menschheit, die Welt, die Natur, auf den ganzen Kosmos richtet. Wo ist das dieses Reich, um das wir beten?
Jesus lebte in der Gewissheit, dass er im Reich Gottes ist. Doch er fordert uns auf, darum zu beten. Geht es da wirklich darum, dass eine Herrschaft aufgerichtet werden soll, die menschliche Herrschaftsverhältnisse ablöst und die dann vielleicht doch nur die zweitbeste ist, wie die Geschichte immer wieder gezeigt hat?
Diese Bitte kann man auch anders verstehen. Wir können einmal voraussetzen, dass Jesus Recht hatte und dass diese Reich schon unter uns gegenwärtig ist, dass wir im Reich Gottes leben.
Dann drücken wir mit der Vaterunser-Bitte ein Vertrauen aus, dass wir in dem, was wir erleben, auch das Wirken Gottes erkennen können. Wir leben im Reich Gottes und alles, was geschieht, ist Teil dieses Reiches. Ob es uns zum Guten oder Schlechten gereicht, spielt dabei keine Rolle. Es ist die Aufforderung, mit anderen Augen die Welt zu betrachten. Es geht nicht um das Aufrichten einer anderen neuen Herrschaftsform, sondern um eine veränderte Sichtweise. Wir beten dann: Dein Reich lass uns erkennen in allem, was geschieht.
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Schlangenzauber

Wie ringt man einem störrischen Pharao Zugeständnisse für das eigene unterdrückte Volk ab? Mose und Aaron versuchen es mit verschiedenen Mitteln und dringen mit Vernunft nicht zum verstockten Herz des Pharaos durch. Sie wenden also einen Zaubertrick an. Es ist lediglich ein kleines Vorspiel, für all das, was noch kommen soll. Und es macht Eindruck, besonders wenn sich Magier miteinander messen:
»8 Der HERR sagte zu Mose und Aaron: 9 »Wenn euch der Pharao auffordert, euch durch ein Wunder auszuweisen, dann sagst du, Mose, zu Aaron: ›Nimm deinen Stock und wirf ihn vor dem Pharao auf den Boden!‹ Dann wird er zu einer Schlange werden.« 10 Mose und Aaron gingen zum Pharao und taten, was ihnen der HERR aufgetragen hatte. Aaron warf seinen Stock vor dem Pharao und seinen Ministern auf den Boden und er wurde zur Schlange. 11 Aber der Pharao rief seine Magier und Beschwörer, und sie vollbrachten mit ihren Zauberkünsten dasselbe. 12 Jeder von ihnen warf seinen Stock auf den Boden und er wurde zu einer Schlange. Doch Aarons Stock verschlang die Stöcke der Ägypter. 13 Trotzdem blieb der Pharao starrsinnig und schlug ihre Forderung ab, genau wie der HERR es vorausgesagt hatte.« (Exodus 7,8-13, Übersetzung Gute Nachricht)
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