Paradiesische Zustände

An was denken wir, wenn wir vom Paradies sprechen? Welche Zustände sind denn paradiesisch? Wahrscheinlich hat jeder und jede von uns eine andere Vorstellung vom Paradies, aber wir wissen auch - und das ist Teil der Rede vom Paradies - dass es nicht wirklich existiert. Es bleibt das Ideal, der Traum, die Vision. Als Sinnbild für diesen Traum können wir das erste Menschenpaar heranziehen, wie es in der Bibel beschrieben ist. Emil Wachter hat die beiden an der Westseite vom Noah-Turm dargestellt. Adam und Eva sind nackt und in ihren Körperformen schön gestaltet. Nichts trennt sie von ihrem Ursprung, alles ist gut. Das Leben hat, so würden wir es heute sagen, noch nicht mit aller Wucht zugeschlagen und sie ihrer Unschuld beraubt. Sie leben in einer heilen Welt, im Paradies eben.
Wir kennen diesen Traum von der paradiesischen Welt. Die Werbeindustrie gaukelt sie uns oft genug vor und rührt an diese Träume, die wir haben. Die traumhaft schöne Insel mit dem weißen Sandstrand lockt in den Urlaub. Der reich gedeckte Tisch lässt alle Sorge vergessen, sich um das tägliche Brot kümmern zu müssen. Eine Welt, in der wir nur in Tag hinein leben und alle Annehmlichkeiten genießen können, wird von der Technik und dem Fortschritt versprochen. Schließlich hat Paradies ganz viel mit Natürlichkeit, Ursprünglichkeit und Spaß zu tun. Wahrscheinlich brauchen wir diesen Traum von einer anderen, von der ursprünglichen und besseren Welt, um unseren Alltag bestehen zu können. Aber Hand aufs Herz:
Wollen Sie immer nur im Paradies leben und nichts von den Schattenseiten des Lebens erfahren? Sind paradiesische Zustände so erstrebenswert? In der menschlichen Entwicklung waren es die Zeiten, in denen die Menschheit bedroht war, die Fortschritt ermöglicht und in Gang gesetzt hat. Wir brauchen Bilder davon, wie Leben gelingen kann, um uns weiter zu entwickeln. Der Traum vom Paradies mag vielleicht ein Antrieb dazu sein, um diese Entwicklung zu wollen, aber niemals das Ziel!
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Schlangenzauber

Wie ringt man einem störrischen Pharao Zugeständnisse für das eigene unterdrückte Volk ab? Mose und Aaron versuchen es mit verschiedenen Mitteln und dringen mit Vernunft nicht zum verstockten Herz des Pharaos durch. Sie wenden also einen Zaubertrick an. Es ist lediglich ein kleines Vorspiel, für all das, was noch kommen soll. Und es macht Eindruck, besonders wenn sich Magier miteinander messen:
»8 Der HERR sagte zu Mose und Aaron: 9 »Wenn euch der Pharao auffordert, euch durch ein Wunder auszuweisen, dann sagst du, Mose, zu Aaron: ›Nimm deinen Stock und wirf ihn vor dem Pharao auf den Boden!‹ Dann wird er zu einer Schlange werden.« 10 Mose und Aaron gingen zum Pharao und taten, was ihnen der HERR aufgetragen hatte. Aaron warf seinen Stock vor dem Pharao und seinen Ministern auf den Boden und er wurde zur Schlange. 11 Aber der Pharao rief seine Magier und Beschwörer, und sie vollbrachten mit ihren Zauberkünsten dasselbe. 12 Jeder von ihnen warf seinen Stock auf den Boden und er wurde zu einer Schlange. Doch Aarons Stock verschlang die Stöcke der Ägypter. 13 Trotzdem blieb der Pharao starrsinnig und schlug ihre Forderung ab, genau wie der HERR es vorausgesagt hatte.« (Exodus 7,8-13, Übersetzung Gute Nachricht)
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