Achtsamen

Das Mandala gehört zu den Motiven, die uns zur Achtsamkeit einladen. In der Bilderwelt der Autobahnkirche finden wir mehrere, die Emil Wachter gestaltet hat. Ein sehr großes sehen wir am Abrahamstor. Dieses Mandala hilft uns, den Blick auf das Wesentliche, auf die Mitte hin zu fokussieren. Die Struktur, die sich ständig wiederholt, wird zur Mitte hin wie bei einem Fraktal immer feiner, bleibt aber erkennbar. Wenn wir Achtsamkeit praktizieren, ein Begriff, in dem sich heute viele spirituelle Praktiken zusammenfassen lassen, dann tun wir das Gleiche. Wir lernen, unseren eigenen Mittelpunkt zu finden und uns auf das Wesentliche in unserem Leben zu konzentrieren.
Achtsamkeit wird so zu der religiösen oder spirituellen Praxis schlechthin. Und wie oft wird in der Literatur dazu aufgefordert, Achtsamkeit zu entwickeln und zu fördern, in ihr finden wir derzeit das Allheilmittel gegen die Gefahren für Leib und Seele, die uns modernen Menschen drohen. Diese Sichtweise ist nicht falsch. Früher haben die Religionen ihre Anhängerinnen und Anhänger aufgefordert, ein moralisch einwandfreies Leben zu führen. Was als richtig galt, wurde von der jeweiligen Theologie festgelegt. Und wer diesen Forderungen nicht entsprochen hatte, lief Gefahr, gesellschaftlich geächtet und ausgegrenzt oder im Schlimmsten Fall getötet zu werden. Davon sind wir heute glücklicherweise weit entfernt. Doch der Begriff Achtsamkeit oder die Aufforderung achtsam zu sein, gewinnt eine ähnlich starke Bedeutung wie früher die Moral. Und da sehe ich eine große Gefahr. Durch die Moralisierung wurde die Religion immer mehr ins Äußere, ins Sichtbare verlagert. Ähnliches geschieht jetzt schon mit der Achtsamkeit.
Wenn Du den Anschein erweckst, achtsam zu sein, dann reicht das aus. Doch das ist zu wenig. So wenig wir Gut-Sein auf Moral beschränken können, so wenig können wir Achtsamkeit auf den äußeren Schein reduzieren. Es ist die Haltung gefragt. Und da reicht es auch nicht aus, nur achtsam zu sein, sondern wir können sie uns ganz zu eigen machen, indem wir sie ganz und gar praktizieren, wenn wir sie tun. Und das drückt das Verb am besten aus: Wir achtsamen!
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Dazugehören

Wenn Abraham alle Menschen als Stammvater umfasst, kommt eine Botschaft heraus, wie sie besser nicht formuliert werden kann. Sie zieht sich durch die Heilige Schrift wie ein roter Faden. Beim Propheten Jesaja hört sie sich so an: »18b Der HERR sagt: »Die Zeit kommt, dass ich die Menschen aller Völker und Sprachen versammle. Sie alle werden zu mir kommen und meine Herrlichkeit sehen. 19 Ich werde ein Zeichen unter ihnen aufrichten und Boten zu ihnen senden – Menschen aus allen Völkern, die sich mir angeschlossen haben. Zu den fernsten Küsten sende ich meine Boten, nach Tarschisch, Put und Lud, nach Meschech, Tubal und Jawan. Unter den Völkern, die noch nichts von mir gehört und meine herrlichen Taten nicht gesehen haben, sollen sie meinen Ruhm bekannt machen. 20 Wenn sie zurückkehren, werden sie alle eure Brüder und Schwestern mitbringen, die noch unter den Völkern zerstreut sind. Auf Pferden, Maultieren und Dromedaren, in Wagen und Sänften werden dann aus aller Welt die Zerstreuten meines Volkes zu meinem heiligen Berg nach Jerusalem gebracht werden, als eine Opfergabe der Völker für mich, den HERRN – so wie ihr Israeliten eure Speiseopfer in reinen Gefäßen zu meinem Tempel bringt. « (Jesaja 66,18b-20, Übersetzung Gute Nachricht).
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