Um Kopf und Kragen geredet

Johannes der Täufer war ein konsequenter Mensch. Er hat das gelebt, was er gepredigt hat. Er hat die Konsequenzen dafür getragen. Er hat mit seinem Leben für die Botschaft der Lebensveränderung bezahlt. Wahrscheinlich war die Predigt, die die Umkehr der Menschen gefordert hat, gar nicht ausschlaggebend für seine Hinrichtung. Viel eher seine offene Kritik am Verhalten der Oberschicht und besonders an König Herodes. Die Rede von einem Gott, der die Menschen liebt und auf der Seite der Schwachen steht, kommt bei Mächtigen nie gut an. Sie fühlen sich bedroht, weil ihre Privilegien in Frage stehen, und sie ihr Leben nicht mehr wie gehabt weiterführen können. Johannes wird in den Kerker geworfen und nach einem Tanz von Salome, der Tochter des Herodes geköpft, weil sie sich seinen Kopf als Belohnung ausbedungen hat, wahrscheinlich deshalb, weil sie dazu angestiftet wurde.
Johannes hat sich um Kopf und Kragen geredet, so wie es das Sprichwort beschreibt. Er ist der erste Märtyrer der jungen Kirche und ist nicht nur in der Predigt, sondern auch im gewaltsamen Tod ein Vorläufer für Jesus, der ja ein vergleichbares Schicksal erleidet. Er erleidet das Schicksal von Propheten, die für ihre Sache einstehen. Johannes reiht sich in die lange Liste derer ein, die für ihre Botschaft gestorben sind. Wie viele Menschen wurden im Verlauf der Jahrhunderte für ihre Überzeugung getötet? Wieviele Machthaber sind buchstäblich über Leichen gegangen, um ihre eigenen Interessen durchzusetzen? Das Schicksal des Johannes ist eine Mahnung an uns, dass wir uns fragen, wie weit wir für unsere Überzeugung zu gehen bereit sind.
Aber noch viel mehr werden wir angefragt, ob wir es zulassen, dass Menschen für ihre Überzeugung sterben müssen. Denn Mächtige können nur so weit gehen, weil sie daran nicht gehindert werden. Es ist Teil der christlichen Botschaft, auch im Blick auf die Opfer, für Menschen wie Johannes einzustehen.
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Dazugehören

Wenn Abraham alle Menschen als Stammvater umfasst, kommt eine Botschaft heraus, wie sie besser nicht formuliert werden kann. Sie zieht sich durch die Heilige Schrift wie ein roter Faden. Beim Propheten Jesaja hört sie sich so an: »18b Der HERR sagt: »Die Zeit kommt, dass ich die Menschen aller Völker und Sprachen versammle. Sie alle werden zu mir kommen und meine Herrlichkeit sehen. 19 Ich werde ein Zeichen unter ihnen aufrichten und Boten zu ihnen senden – Menschen aus allen Völkern, die sich mir angeschlossen haben. Zu den fernsten Küsten sende ich meine Boten, nach Tarschisch, Put und Lud, nach Meschech, Tubal und Jawan. Unter den Völkern, die noch nichts von mir gehört und meine herrlichen Taten nicht gesehen haben, sollen sie meinen Ruhm bekannt machen. 20 Wenn sie zurückkehren, werden sie alle eure Brüder und Schwestern mitbringen, die noch unter den Völkern zerstreut sind. Auf Pferden, Maultieren und Dromedaren, in Wagen und Sänften werden dann aus aller Welt die Zerstreuten meines Volkes zu meinem heiligen Berg nach Jerusalem gebracht werden, als eine Opfergabe der Völker für mich, den HERRN – so wie ihr Israeliten eure Speiseopfer in reinen Gefäßen zu meinem Tempel bringt. « (Jesaja 66,18b-20, Übersetzung Gute Nachricht).
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