Schreiende Ungerechtigkeit

Wir haben heute den Anspruch, dass wir in einer weitgehend gerechten Gesellschaft leben. Aber wir werden tagtäglich mit Ungerechtigkeiten konfrontiert. Manche sind so groß, dass sie zum Himmel schreien. Wahrscheinlich können wir Ungerechtigkeiten nicht vermeiden, immer dort, wo ein Ausgleich zwischen verschiedenen Interessen gesucht werden muss, wird es auch Entscheidungen, geben, die von einzelnen als ungerecht empfunden werden. Meistens dann, wenn sie zum Nachteil gereichen oder ich zumindest keinen Vorteil für mich aus dieser Entscheidung ziehe. Also heißt es doch, dass wir lernen müssen, mit Ungerechtigkeiten zu leben. Mit allen?
Wir müssen unterscheiden zwischen denen, die entstehen, weil wir unseren Alltag regeln müssen, damit das Zusammenleben funktioniert. Kompromisse erfordern es, dass nicht alle Vorteile auf einer Seite liegen. Es gibt aber auch Entscheidungen, die Menschen in ihren Grundrechten bedrohen. Immer dann, wenn Ungerechtigkeit dazu führt, dass Menschenrechte verletzt werden, ist Widerstand notwendig. Hier betreten wir den Boden der großen Politik. Oft sind es ganze Systeme oder Gesellschaften, die die Ausübung der Menschenrechte einer bestimmten Gruppe, einer Minderheit, die aufgrund von Hautfarbe, Geschlecht, sexueller Orientierung oder sozialer Herkunft ausgegrenzt werden, nicht beachten und damit noch mehr für Ausgrenzung sorgen.
Die biblischen Autoren ergreifen immer wieder Partei für diese Rechtlosen. Die Propheten sehen Gott als jemanden, der für diese diskriminierten gesellschaftlichen Gruppen eintritt.
Es ist die edelste Aufgabe von Religionen und deren Anhänger im Besonderen, den Schrei nach Gerechtigkeit zu hören und ihm Geltung zu verschaffen. Wenn man sich dabei auf die biblische Botschaft berufen kann, wird dieser Schrei noch lauter, denn er wurde durch die Jahrhunderte hindurch immer wieder ausgestoßen. Schade eigentlich, dass es so sein muss. Und tröstlich, denn so zeigt sich auch, dass es zwar immer noch schreiende Ungerechtigkeit gibt, aber dass dieser Schrei nicht verstummen kann. Hoffentlich ist immer jemand da, der ihn auch hört!
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Schlangenzauber

Wie ringt man einem störrischen Pharao Zugeständnisse für das eigene unterdrückte Volk ab? Mose und Aaron versuchen es mit verschiedenen Mitteln und dringen mit Vernunft nicht zum verstockten Herz des Pharaos durch. Sie wenden also einen Zaubertrick an. Es ist lediglich ein kleines Vorspiel, für all das, was noch kommen soll. Und es macht Eindruck, besonders wenn sich Magier miteinander messen:
»8 Der HERR sagte zu Mose und Aaron: 9 »Wenn euch der Pharao auffordert, euch durch ein Wunder auszuweisen, dann sagst du, Mose, zu Aaron: ›Nimm deinen Stock und wirf ihn vor dem Pharao auf den Boden!‹ Dann wird er zu einer Schlange werden.« 10 Mose und Aaron gingen zum Pharao und taten, was ihnen der HERR aufgetragen hatte. Aaron warf seinen Stock vor dem Pharao und seinen Ministern auf den Boden und er wurde zur Schlange. 11 Aber der Pharao rief seine Magier und Beschwörer, und sie vollbrachten mit ihren Zauberkünsten dasselbe. 12 Jeder von ihnen warf seinen Stock auf den Boden und er wurde zu einer Schlange. Doch Aarons Stock verschlang die Stöcke der Ägypter. 13 Trotzdem blieb der Pharao starrsinnig und schlug ihre Forderung ab, genau wie der HERR es vorausgesagt hatte.« (Exodus 7,8-13, Übersetzung Gute Nachricht)
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