Eine ziemlich kaputte Familie

Dass aus solchen Familien noch etwas rechtes herauskommen kann, ist schon verwunderlich! Lot ist mit seinen beiden unverheirateten Töchtern nach der Zerstörung von Sodom ins Gebirge geflohen. Seine Frau kam bei der Flucht vor dem Feuer um. Sie erstarrte zur Salzsäule, wie es im neunzehnten Kapitel im Buch Genesis geschildert wird. Die drei sind zwar froh, dass sie dem Unheil entronnen sind, aber aus unser Sicht würden wir sagen, dass sie stark traumatisiert sind. Angesichts der Geschehnisse und dem, was sie gesehen haben, ist das ja nicht verwunderlich. In Genesis 19,30-38 wird geschildert, wie sie mit dieser Situation umgehen. Da die jungen Frauen ihre Verlobten verloren haben, möchten sie ihren Status verbessern. Nur wer Kinder zur Welt bringt, hat einen Stand. Deshalb machen sie ihren Vater Lot betrunken und schlafen mit ihm. Beide werden schwanger und bringen die Stammväter der verfeindeten Nachbarvölker des Volkes Israel, der Ammoniter und Moabiter zur Welt.
Neben dieser wahrscheinlich abwertenden Darstellung der Feinde Israels, birgt diese Geschichte von Lot und seinen Töchtern noch andere Wahrheiten. Eine davon ist die, dass auch auf den krummen Linien des Lebens etwas gerades geschrieben werden kann. Natürlich verurteilen wir den Inzest. Aber wir müssen auch Verständnis für die ausweglose Situation der jungen Frauen haben. Sie sind verzweifelt. Ihnen bleibt scheinbar keine andere Wahl, als diesen Schritt zu gehen.
Aufgrund der Geschehnisse in Sodom greift nach der biblischen Darstellung Gott ein und bestraft die Bewohner. Jetzt ist nichts dergleichen zu sehen, auch wenn nach damaligem (und heutigem) Verständnis dieses Vergehen nicht minder schwer ist. Durch das Handeln Gottes, dass er eben nicht straft, wird das Verhalten der Töchter Lots als Recht anerkannt. Ihre Söhne werden zu den Stammvätern von großen Völkern. Die kaputte und traumatisierte Familie bringt doch etwas Gutes hervor und sorgt für einen Fortschritt zum Guten!
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Wenn Abraham alle Menschen als Stammvater umfasst, kommt eine Botschaft heraus, wie sie besser nicht formuliert werden kann. Sie zieht sich durch die Heilige Schrift wie ein roter Faden. Beim Propheten Jesaja hört sie sich so an: »18b Der HERR sagt: »Die Zeit kommt, dass ich die Menschen aller Völker und Sprachen versammle. Sie alle werden zu mir kommen und meine Herrlichkeit sehen. 19 Ich werde ein Zeichen unter ihnen aufrichten und Boten zu ihnen senden – Menschen aus allen Völkern, die sich mir angeschlossen haben. Zu den fernsten Küsten sende ich meine Boten, nach Tarschisch, Put und Lud, nach Meschech, Tubal und Jawan. Unter den Völkern, die noch nichts von mir gehört und meine herrlichen Taten nicht gesehen haben, sollen sie meinen Ruhm bekannt machen. 20 Wenn sie zurückkehren, werden sie alle eure Brüder und Schwestern mitbringen, die noch unter den Völkern zerstreut sind. Auf Pferden, Maultieren und Dromedaren, in Wagen und Sänften werden dann aus aller Welt die Zerstreuten meines Volkes zu meinem heiligen Berg nach Jerusalem gebracht werden, als eine Opfergabe der Völker für mich, den HERRN – so wie ihr Israeliten eure Speiseopfer in reinen Gefäßen zu meinem Tempel bringt. « (Jesaja 66,18b-20, Übersetzung Gute Nachricht).
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