Folterknechte

Wer durch das Abrahamstor in die Autobahnkirche geht, kommt an einem verstörendem Bild vorbei. Unter der Überschrift »Sodom und Gomorrha« wird eine Folterszene gezeigt. Und Emil Wachter spart nicht mit Schrecken und Schmerz, wenn er zeigt, wie Menschen einem Hilflosen Leid und Qual zufügen. Sodom und Gomorrha meint in seiner Vorstellung nicht den freien Umgang mit Sexualität, sondern all das, wo Menschen einander das Leben unmöglich machen und die Lebensgrundlagen zerstören. Folter ist eine Methode, in der es nicht nur darum geht, Menschen zu einer Aussage zu zwingen, sondern auch um sie zu erniedrigen, ihren Willen zu brechen und die eigene Macht auszuleben. So wurde und wird sie seit Menschengedenken eingesetzt. Wir denken, dass wir schon weiter wären, aber die Wirklichkeit spricht eine andere Sprache.
Dass heute noch immer gefoltert wird, ist nur deshalb möglich, weil es Menschen gibt, die Folter nicht nur zulassen, sondern sie auch anordnen. Sicherlich sind dies die wahren Schuldigen, die zur Rechenschaft gezogen werden müssen. Es gibt aber auch die willfährigen Handlanger, die, aus welchen Gründen auch immer, diese Befehle ausführen. Auch sie haben Mitschuld und können sich nicht auf die Struktur von Befehl und Gehorsam herausreden. Wer gewalttätig gegen andere ist, holt auch für sich etwas heraus und handelt nicht nur aus Gehorsam heraus, sondern befriedigt auch eigene Interessen.
Schließlich gibt es auch die Gesellschaft, die um Folterpraktiken weiß - und schweigt. Diese »Schweigende Mehrheit« ist es, die Folter in großem Umfang erst ermöglicht. Warum wird geschwiegen? Aus Angst, selbst Opfer zu werden? Aus der Hoffnung heraus, dass dadurch Ruhe ins Land einkehrt oder Erkenntnisse gewonnen werden können, um im besten Fall Verbrechen aufzuklären? Oder auch nur weil es uns scheinbar nicht angeht? Auf diese Weise sind wir alle betroffen und auch mitschuldig, selbst wenn wir keine ausgesprochenen Folterknechte sind.
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Schlangenzauber

Wie ringt man einem störrischen Pharao Zugeständnisse für das eigene unterdrückte Volk ab? Mose und Aaron versuchen es mit verschiedenen Mitteln und dringen mit Vernunft nicht zum verstockten Herz des Pharaos durch. Sie wenden also einen Zaubertrick an. Es ist lediglich ein kleines Vorspiel, für all das, was noch kommen soll. Und es macht Eindruck, besonders wenn sich Magier miteinander messen:
»8 Der HERR sagte zu Mose und Aaron: 9 »Wenn euch der Pharao auffordert, euch durch ein Wunder auszuweisen, dann sagst du, Mose, zu Aaron: ›Nimm deinen Stock und wirf ihn vor dem Pharao auf den Boden!‹ Dann wird er zu einer Schlange werden.« 10 Mose und Aaron gingen zum Pharao und taten, was ihnen der HERR aufgetragen hatte. Aaron warf seinen Stock vor dem Pharao und seinen Ministern auf den Boden und er wurde zur Schlange. 11 Aber der Pharao rief seine Magier und Beschwörer, und sie vollbrachten mit ihren Zauberkünsten dasselbe. 12 Jeder von ihnen warf seinen Stock auf den Boden und er wurde zu einer Schlange. Doch Aarons Stock verschlang die Stöcke der Ägypter. 13 Trotzdem blieb der Pharao starrsinnig und schlug ihre Forderung ab, genau wie der HERR es vorausgesagt hatte.« (Exodus 7,8-13, Übersetzung Gute Nachricht)
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