Himmlisches Jerusalem

Wir alle haben unsere Sehnsuchtsorte, an denen wir uns die Erfüllung unserer Wünsche erhoffen oder an denen wir sogar wunschlos glücklich wären. In diesen Vorstellungen spiegeln sich Hoffnungen nach dem Paradies wieder, aus dem wir anscheinend vertrieben worden sind. Einer dieser Orte ist die Stadt Jerusalem. Sicherlich ist sie heute nicht das Paradies, im Gegenteil. Um kaum eine Stadt wird weltweit so viel gestritten, wie um Jerusalem. Das hat sicherlich auch mit der Geschichte und Verheißungen zu tun. Jerusalem ist die Heilige Stadt, in der die Geschichte Abrahams, des jüdischen Volkes, des Christentums und des Islam immer wieder einen Ankerpunkt hat.
In der Apokalypse, die Emil Wachter in einigen der Fenster in der Autobahnkirche illustriert, ist auch von dieser Heiligen Stadt die Rede, aber nicht in ihrer Ausprägung der irdischen Wirklichkeit. Johannes spricht vom »Himmlischen Jerusalem«: »10b Der Geist nahm von mir Besitz, und in der Vision trug mich der Engel auf die Spitze eines sehr hohen Berges. Er zeigte mir die Heilige Stadt Jerusalem, wie sie von Gott aus dem Himmel herabkam. 11 Sie strahlte die Herrlichkeit Gottes aus und glänzte wie ein kostbarer Stein, wie ein kristallklarer Jaspis....« (Apk 21,10-11) Johannes beruft sich auf den Propheten Jesaja, denn auch dieser weiß um die neue Wirklichkeit der Stadt, die er nur zerstört kennt: »11 Du heimgesuchte, verwüstete, preisgegebene Stadt! Ich gründe deine Mauern auf ein Fundament aus Lapislazuli, ich bette ihre Steine in kostbaren, unzerstörbaren Mörtel. 12 Deine Mauerzinnen mache ich aus Rubin, deine Tore aus Karfunkelstein, und die Mauern schmücke ich mit kostbaren Edelsteinen.
13 Alle deine Bewohner werden meinen Willen kennen, ich selbst habe sie gelehrt, und sie werden in Glück und ungestörtem Frieden leben. 14 Mein Beistand wird dein Schutz sein. Du brauchst keine Not zu fürchten, Angst und Schrecken dürfen sich dir nicht nahen.« (Jes 54,11-14) Ein Traum - und er wird es wohl noch lange bleiben. Aber auch einer, der Wirklichkeit werden kann, wenn Jerusalem eine Stadt des Friedens sein soll.
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Dazugehören

Wenn Abraham alle Menschen als Stammvater umfasst, kommt eine Botschaft heraus, wie sie besser nicht formuliert werden kann. Sie zieht sich durch die Heilige Schrift wie ein roter Faden. Beim Propheten Jesaja hört sie sich so an: »18b Der HERR sagt: »Die Zeit kommt, dass ich die Menschen aller Völker und Sprachen versammle. Sie alle werden zu mir kommen und meine Herrlichkeit sehen. 19 Ich werde ein Zeichen unter ihnen aufrichten und Boten zu ihnen senden – Menschen aus allen Völkern, die sich mir angeschlossen haben. Zu den fernsten Küsten sende ich meine Boten, nach Tarschisch, Put und Lud, nach Meschech, Tubal und Jawan. Unter den Völkern, die noch nichts von mir gehört und meine herrlichen Taten nicht gesehen haben, sollen sie meinen Ruhm bekannt machen. 20 Wenn sie zurückkehren, werden sie alle eure Brüder und Schwestern mitbringen, die noch unter den Völkern zerstreut sind. Auf Pferden, Maultieren und Dromedaren, in Wagen und Sänften werden dann aus aller Welt die Zerstreuten meines Volkes zu meinem heiligen Berg nach Jerusalem gebracht werden, als eine Opfergabe der Völker für mich, den HERRN – so wie ihr Israeliten eure Speiseopfer in reinen Gefäßen zu meinem Tempel bringt. « (Jesaja 66,18b-20, Übersetzung Gute Nachricht).
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