Zuhause ist es am Schönsten

Wer auf der Autobahn unterwegs ist, verlässt diese Straße auch wieder, sie ist kein Ort, an dem man bleiben will oder kann. Die Autobahnkirche ist nicht dieser Ort auf Dauer. Hier machen viele Menschen Rast, wenn sie in den Urlaub, beruflich, für einen familiären Anlass oder für einen Umzug unterwegs sind. Man hält an, um auszuspannen, auszuruhen und für die weitere Reise um den Segen Gottes zu bitten. Alle, die unterwegs sind, sehnen sich nach einer Heimat, wo sie geborgen sind, wo sie gerne hinkommen und wo sie all darauf Dauer sich erhoffen, was jetzt an der Autobahnkirche bewusst nur für eine kurze Zeit gefunden wird.
Dieser Sehnsucht steht unsere Lebenswirklichkeit entgegen. Wir wohnen hoffentlich an dem Ort, an dem wir uns wohlfühlen. Oder auch nicht. Bei uns sind die Menschen, die uns Geborgenheit geben. Oder auch nicht. Es fällt schon schwer zu definieren, was unser Zuhause ist, wo wir unsere Heimat haben. Sinnbildlich wird es an der Gestalt des Abraham. Nicht zufällig beginnt Emil Wachter seinen Abraham-Zyklus mit der Geborgenheit zuhause. Sein ganzes Leben lang hat sich Abraham zuhause eingerichtet, er war geborgen und wusste, wo es lang geht, sein Leben ist in normalen und ruhigen Bahnen verlaufen, außer, dass der Nachkomme fehlt. Diese liebgewonnene Heimat soll er aufgeben und sich auf ein vages Versprechen hin, auf den Weg in eine ungewisse Zukunft machen? Eine Heimat zu haben, geborgen zu sein, darauf kommt es im Leben an, heißt es. Wenn man seine eigenen vier Wände hat, einen Ort, an dem man sich zurückziehen kann, an dem man sich selbst sein kann, dann ist alles gut. Wir wissen aber, dass das nicht immer der Fall ist. Dann sind wir ruhelos und wissen nicht, wo wir hingehören, es fehlt der Schutzraum, in dem ich Geborgenheit erlebe. Dann muss die Frage erlaubt sein, wo wir unsere Geborgenheit finden.
Gibt es ein zuhause, das mir diesen Schutzraum bietet? Wo suche ich? Mit wem suche ich? Bin ich im Moment auf dem richtigen Weg bei meiner Suche? Die Autobahnkirche stellt diese Frage, denn hier ist nicht der Ort, an dem ich bleiben kann. Die Antwort auf diese Frage kann ich nur selbst finden. Ich finde sie nur, wenn ich mich aufmache. Ich darf nicht hier »hängen bleiben«. Ich muss weiter!
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Dazugehören

Wenn Abraham alle Menschen als Stammvater umfasst, kommt eine Botschaft heraus, wie sie besser nicht formuliert werden kann. Sie zieht sich durch die Heilige Schrift wie ein roter Faden. Beim Propheten Jesaja hört sie sich so an: »18b Der HERR sagt: »Die Zeit kommt, dass ich die Menschen aller Völker und Sprachen versammle. Sie alle werden zu mir kommen und meine Herrlichkeit sehen. 19 Ich werde ein Zeichen unter ihnen aufrichten und Boten zu ihnen senden – Menschen aus allen Völkern, die sich mir angeschlossen haben. Zu den fernsten Küsten sende ich meine Boten, nach Tarschisch, Put und Lud, nach Meschech, Tubal und Jawan. Unter den Völkern, die noch nichts von mir gehört und meine herrlichen Taten nicht gesehen haben, sollen sie meinen Ruhm bekannt machen. 20 Wenn sie zurückkehren, werden sie alle eure Brüder und Schwestern mitbringen, die noch unter den Völkern zerstreut sind. Auf Pferden, Maultieren und Dromedaren, in Wagen und Sänften werden dann aus aller Welt die Zerstreuten meines Volkes zu meinem heiligen Berg nach Jerusalem gebracht werden, als eine Opfergabe der Völker für mich, den HERRN – so wie ihr Israeliten eure Speiseopfer in reinen Gefäßen zu meinem Tempel bringt. « (Jesaja 66,18b-20, Übersetzung Gute Nachricht).
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