Der heilige Gral

Ein alter Mythos, der nicht biblisch begründet und doch mit dem Geschehen der Kreuzigung engstens verbunden ist, hat die Menschen immer wieder fasziniert. Es geht um die Erzählung des Grals. Nachdem der römische Soldat, in der Legende heißt er Longinus, die Seite des toten Jesu mit seiner Lanze öffnet, fließt aus dem Leichnam Blut und Wasser heraus. Das ist der Beweis dafür, dass Jesus wirklich tot ist. In dem Moment kommt ein Engel vom Himmel und fängt die kostbare Flüssigkeit in dem Kelch auf, den Jesus beim letzten Abendmahl verwendet hat, und verschwindet. Später taucht dieser Kelch wieder auf und wird zu einem wichtigen Mythos. Im Epos Parzival von Wolfram von Eschenbach fand er einen literarischen Niederschlag. Für den jungen und unerfahrenen Parzival wird die Suche nach dem Gral, dessen Gegenwart er schon einmal erleben durfte, das Ziel seines Lebens. Er macht sich auf den Weg. Viele Begegnungen lassen ihn wachsen und immer näher an dieses Geheimnis kommen. Immer wieder verliert er sein Ziel scheinbar aus den Augen und kommt doch wieder auf den rechten Weg zurück, gereifter und innerlich gewachsen. Und wenn es dann schließlich am Ziel ist, dann ist es die größte Selbstverständlichkeit, den Gral in die Hände zu nehmen und seine heilsame Wirkung zu entfalten.
Hat diese Erzählung aus der Welt der Ritter und dem frühen Mittelalter für uns moderne Menschen noch ein Bedeutung? Wenn man Emil Wachter folgt, dann schon. Warum sonst hätte er diese legendenhafte Erzählung dargestellt? Die Frage, der er sich stellt, ist: Wie kommen wir in Verbindung mit dem Geschehen von Karfreitag und Ostern? Gibt es konkrete Zeichen, die beweisen, dass Jesus wirklich gestorben ist? Denn nur sein Tod kann die Auferweckung durch Gott begründen. Mit dem Gral wurde ein Symbol geschaffen, mit dem wir uns diesem Geheimnis annähern können. Sicherlich nicht in Form eines konkreten Kelches, der als Gral zu suchen ist.
Der Gral steht für die Gegenwart Jesu, die wir entdecken können, die wir unser ganzes Leben lang suchen. Dieser Kelch erinnert uns daran, dass wir immer auf der Suche sind und uns unseren eigenen Quellen stellen müssen. Indem wir Jesus suchen und finden, suchen und finden wir uns selbst. Denn an uns kommen wir nicht vorbei.
Ansprechpartner
Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Perspektiven öffnen

Eine auf den ersten Blick unverständliche Darstellung am Mose-Fries an der Autobahnkirche. Zwischen Mose und seiner Schwester Miriam findet sich eine Konstruktionszeichnung, in der auf der Fläche ein tiefer Raum aufgezogen wird. Möglich wird das durch die Konstruktion eines Fluchtpunktes, die die Malerei zur Zeit der Renaissance revolutioniert hat. Mit einem Fluchtpunkt erreicht man eine Perspektive und die Fläche bekommt räumliche Tiefe. Es ist der Versuch in der zweiten Dimension das darzustellen, was wir als dreidimensional wahrnehmen. Genau genommen ist es eine Sinnestäuschung. Mit der angeblichen Tiefe gewinnen wir eine neue Perspektive. Die vier Flächen um das Rechteck in der Mitte haben eine Funktion. Durch die leeren Trapeze, die Längs- und Querschraffur wird der Blick automatisch auf die Mitte gelenkt und zwar hinter die Mitte, die man nicht sieht, auf die Linien aber zulaufen. Der räumliche Eindruck wird verstärkt. Der Fluchtpunkt wird zum Fokus, an dem sich alles ausrichtet.
Facebook Like-Box
 Social-Media-Inhalte aktivieren
Veranstaltungen
Di. 09.06.2026
Kontemplation
Di. 16.06.2026
Kontemplation
Di. 23.06.2026
Kontemplation
Di. 30.06.2026
Kontemplation

weitere Veranstaltungen ...
Schott Messbuch
Sonn- und Feiertagsgeläut
Meldungen der Erzdiözese
Aktuelles
Pfingstmontag, 25. Mai 2026
Hier können Sie sich den Meldebogen für das  "Buch der Verkehrstoten" herunterladen und uns zusenden.