Aufschauen

Im Psalm 121 steht der Vers: »Ich schaue auf zu den Bergen, woher kommt mir Hilfe?« Es ist der Ruf eines Menschen, der aus der Verzweiflung heraus nur noch den Weg zu Gott sieht. Er bietet sich selbst an und bringt seine Sehnsucht nach dieser Hilfe zum Ausdruck. Und vielleicht ist es die einzige Hilfe, die es noch gibt, selbst wenn sie nur Ausdruck einer Sehnsucht ist. Es ist der Blick nach oben, der Hoffnung ausstrahlt. Wer nach oben schaut, hat noch nicht aufgegeben. Es ist der Blick zu den Sternen, der Blick zum Himmel oder der Blick hin zu Gott. Damit drückt sich diese Sehnsucht aus. Eine Hoffnung auf Veränderung und Verbesserung wird aufrecht erhalten.
Ist es zuviel verlangt, auch auf die Erfüllung der erwarteten Hilfe zu vertrauen, ja sie einzufordern? Genau genommen handelt es sich bei einem Gebet um solch eine Forderung, die in diesem Fall von Gott erfüllt werden soll. Der Glaubende vertraut darauf, dass in Erfüllung geht, um was er bittet. Der Psalm fährt fort, indem er genau das vorhersagt: »Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde geschaffen hat.«
Vielleicht ist es die Erfahrung, dass Gebetserhöhrungen stattgefunden haben. Aber ist das nicht eher die Ausnahme? Kommt von Gott die Hilfe, die erhofft wird? Die Frage ist falsch gestellt. Es geht nicht darum, dass Gebetsforderungen erfüllt werden, und die dann als Beweis für die Existenz Gottes herangezogen werden. So einfach ist es nicht. Wir können die Haltung einnehmen, dass wir Menschen die Hoffnung nicht aufgeben und immer noch die Sehnsucht nach einer besseren Welt und nach einem glücklicherem oder heilerem Leben haben. Wenn wir ehrlich sind, dann macht diese Sehnsucht unser Leben aus. Die Sehnsucht nach Gott ist die Chiffre für diese Hoffnung. Es gibt auch die Verheißung nach diesem vollen un
d heilen Leben bei Gott. Die Heilige Schriften sind voll davon. Der Blick nach oben, zu den Bergen, zeugt von dieser Hoffnung. Schauen wir dahin, wo wir Hilfe für uns, für unsere Mitmenschen und für die Welt erhoffen und erwarten!
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Perspektiven öffnen

Eine auf den ersten Blick unverständliche Darstellung am Mose-Fries an der Autobahnkirche. Zwischen Mose und seiner Schwester Miriam findet sich eine Konstruktionszeichnung, in der auf der Fläche ein tiefer Raum aufgezogen wird. Möglich wird das durch die Konstruktion eines Fluchtpunktes, die die Malerei zur Zeit der Renaissance revolutioniert hat. Mit einem Fluchtpunkt erreicht man eine Perspektive und die Fläche bekommt räumliche Tiefe. Es ist der Versuch in der zweiten Dimension das darzustellen, was wir als dreidimensional wahrnehmen. Genau genommen ist es eine Sinnestäuschung. Mit der angeblichen Tiefe gewinnen wir eine neue Perspektive. Die vier Flächen um das Rechteck in der Mitte haben eine Funktion. Durch die leeren Trapeze, die Längs- und Querschraffur wird der Blick automatisch auf die Mitte gelenkt und zwar hinter die Mitte, die man nicht sieht, auf die Linien aber zulaufen. Der räumliche Eindruck wird verstärkt. Der Fluchtpunkt wird zum Fokus, an dem sich alles ausrichtet.
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