Unterwegs

Wenn man heute von Pilgern spricht, dann fällt auch ganz schnell der Satz: »Der Weg ist das Ziel.« In dieser Aussage steckt viel Wahres, aber so ganz trifft sie die ursprüngliche Absicht des Pilgerns nicht. Er ist vielmehr Ausdruck einer postmodernen Unverbindlichkeit. Auch wenn ich noch so sehr im Augenblick bin und mich ganz auf das Gehen im Hier und Jetzt konzentriere, bin ich doch auf dem Weg auf ein Ziel hin unterwegs. Es ist gut, ganz beim Gehen zu sein und zu bleiben, aber Ankommen ist mindestens genauso wichtig. Die Weisen machten sich auf. Sie sind der Inbegriff des modernen Pilgers. Sie sind auf dem Weg auf ein Ziel hin, wissen aber nicht, was sie da erwartet.
Wenn vom Weg als Ziel gesprochen wird, dann ist da immer auch der Weg zu sich selbst gemeint. Viele, die einen Pilgerweg gehen, machen diese Erfahrung, dass sie mehr bei sich ankommen als bei dem ursprünglich anvisierten Ziel. Aber auch damit ist ein Ziel erreicht, das, wenn wir ehrlich sind, auch angestrebt wurde: Bei sich selbst ankommen. Die Wahrheit des Weges liegt deshalb irgendwo mittendrin. Wenn wir unterwegs sind, dann ist es wichtig, den Weg nicht aus dem Auge zu verlieren. Der wichtigste Schritt ist dabei immer der, den wir gerade tun, denn ohne diesen Schritt kommen wir nicht weiter. Und wir sind mit einem Ziel unterwegs, ob es nun in uns selbst liegt oder am Ende des Weges, den wir eingeschlagen haben. Wir brauchen Ziele. Wir dürfen sie nur nicht so sehr in den Mittelpunkt des Interesses stellen, dass wir darüber alles andere vergessen. Denn würden wir das tun, dann verlieren wir den Augenblick.
Nehmen wir den Schritt, den wir jetzt gerade tun, wichtig und verlieren nicht das Ziel aus den Augen, dann kommen wir auch an.
Ob bei uns oder an einem bestimmten Ort, das bleibt sich gleich, das ist wahrscheinlich gar nicht so wichtig. Aber eines müssen wir immer bedenken. Unterwegs sein, nur dass wir unterwegs sind, greift zu kurz. Das reicht nicht aus, um das Leben zu meistern. Wir brauchen ein Ziel, das wir anstreben, vielleicht ohne es zu wollen, aber mit all unserer Kraft!
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Schlangenzauber

Wie ringt man einem störrischen Pharao Zugeständnisse für das eigene unterdrückte Volk ab? Mose und Aaron versuchen es mit verschiedenen Mitteln und dringen mit Vernunft nicht zum verstockten Herz des Pharaos durch. Sie wenden also einen Zaubertrick an. Es ist lediglich ein kleines Vorspiel, für all das, was noch kommen soll. Und es macht Eindruck, besonders wenn sich Magier miteinander messen:
»8 Der HERR sagte zu Mose und Aaron: 9 »Wenn euch der Pharao auffordert, euch durch ein Wunder auszuweisen, dann sagst du, Mose, zu Aaron: ›Nimm deinen Stock und wirf ihn vor dem Pharao auf den Boden!‹ Dann wird er zu einer Schlange werden.« 10 Mose und Aaron gingen zum Pharao und taten, was ihnen der HERR aufgetragen hatte. Aaron warf seinen Stock vor dem Pharao und seinen Ministern auf den Boden und er wurde zur Schlange. 11 Aber der Pharao rief seine Magier und Beschwörer, und sie vollbrachten mit ihren Zauberkünsten dasselbe. 12 Jeder von ihnen warf seinen Stock auf den Boden und er wurde zu einer Schlange. Doch Aarons Stock verschlang die Stöcke der Ägypter. 13 Trotzdem blieb der Pharao starrsinnig und schlug ihre Forderung ab, genau wie der HERR es vorausgesagt hatte.« (Exodus 7,8-13, Übersetzung Gute Nachricht)
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