Suchend und fragend

Drei schattenhafte Gestalten folgen dem Stern. Es sind der Kleidung nach Menschen von heute, die Emil Wachter im Dreikönigsfenster der Autobahnkirche darstellt. Sie trotzen den widrigen Bedingungen und sind unbeirrt auf ihr Ziel hin ausgerichtet. Sie sind die, die sich auf das Risiko einer langen und ungewissen Reise einlassen und nicht wissen, wo sie am Ende hinkommen und was dabei für sie herauskommt. Die Weisen aus dem Morgenland stehen sinnbildlich für uns moderne Menschen. Sie handeln wie wir, sie suchen und fragen, sie werden getrieben von einer Hoffnung und wollen am Ende auch ein Ergebnis ihres Strebens sehen. Sie erreichen das Kind, zu dem sie der Stern geführt hat.
Unsere moderne Sichtweise der Welt haben wir durch Beobachtung gefunden. Das, was ist, wird beobachtet und beschrieben. Es werden Theorien aufgestellt und diese durch praktische Experimente bestätigt oder widerlegt. Nur das, was auch beweisbar ist, hat Bestand. Die Weisen - ich verwende bewusst diesen Begriff und nicht den der Könige - beobachten den Sternenhimmel und entdecken eine besondere Konstellation, die auf ein Ereignis in Palästina hinweist. Es könnte sich um die Geburt eines Königs handeln. Das einzige, was sie tun können, um Gewissheit zu erlangen, ist, die Reise in diese Gegend anzutreten. Sie folgen unserem wissenschaftlichen Paradigma, dass nur das gilt, was auch bewiesen ist. Und erst wenn ihr Fragen eine Antwort und ihr Suchen ein Ziel gefunden hat, geben sie Ruhe. Sie streben nach neuer Erkenntnis und wollen ihre eigene Beobachtung, ihre Theorie bestätigt wissen.
Da sind sie wie wir Menschen von heute, wie sie Emil Wachter darstellt. Es ist die Sehnsucht nach Erkenntnis, die uns neue Wege gehen lässt, die sich mit dem bereits Gefundenen nicht zufrieden gibt. Wir sind deshalb Menschen, weil wir das Suchen und Fragen nicht aufgegeben haben, weil wir immer weiter hoffen und sehnen - und damit hoffentlich nie an ein Ende kommen!
Ansprechpartner
Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Perspektiven öffnen

Eine auf den ersten Blick unverständliche Darstellung am Mose-Fries an der Autobahnkirche. Zwischen Mose und seiner Schwester Miriam findet sich eine Konstruktionszeichnung, in der auf der Fläche ein tiefer Raum aufgezogen wird. Möglich wird das durch die Konstruktion eines Fluchtpunktes, die die Malerei zur Zeit der Renaissance revolutioniert hat. Mit einem Fluchtpunkt erreicht man eine Perspektive und die Fläche bekommt räumliche Tiefe. Es ist der Versuch in der zweiten Dimension das darzustellen, was wir als dreidimensional wahrnehmen. Genau genommen ist es eine Sinnestäuschung. Mit der angeblichen Tiefe gewinnen wir eine neue Perspektive. Die vier Flächen um das Rechteck in der Mitte haben eine Funktion. Durch die leeren Trapeze, die Längs- und Querschraffur wird der Blick automatisch auf die Mitte gelenkt und zwar hinter die Mitte, die man nicht sieht, auf die Linien aber zulaufen. Der räumliche Eindruck wird verstärkt. Der Fluchtpunkt wird zum Fokus, an dem sich alles ausrichtet.
Facebook Like-Box
 Social-Media-Inhalte aktivieren
Veranstaltungen
Di. 02.06.2026
Kontemplation
Di. 09.06.2026
Kontemplation
Di. 16.06.2026
Kontemplation
Di. 23.06.2026
Kontemplation
Di. 30.06.2026
Kontemplation

weitere Veranstaltungen ...
Schott Messbuch
Sonn- und Feiertagsgeläut
Meldungen der Erzdiözese
Aktuelles
Pfingstmontag, 25. Mai 2026
Hier können Sie sich den Meldebogen für das  "Buch der Verkehrstoten" herunterladen und uns zusenden.