Segensbedürftig

Gott hält segnend die Hand über ein Menschenpaar. So fasst Emil Wachter den Segen zusammen, den Gott über Noah und seine Familie spricht: »Gott segnete Noach und seine Söhne und sagte zu ihnen: »Seid fruchtbar, vermehrt euch und füllt die ganze Erde!« (Gen 8,1) Dieser Segen wird für alle Zeiten ausgesprochen, somit können auch wir uns als Gesegnete verstehen, denn wir sind ja Gottes Kinder.  Doch solch ein Segen ist zwiespältig. Obwohl wir gesegnet sind, verstoßen wir immer wieder gegen das, was wir eigentlich tun sollten oder wollen. Der Segen schützt uns nicht vor Unrecht. Wir sind auch nicht gegen Krankheit und Katastrophen gefeit. Immer wieder leiden Menschen unter ungerechten Lebensbedingungen und gehen zugrunde. Deshalb sollten wir uns eines bewusst machen: Wir sind gesegnet und erleben uns doch als segensbedürftig. Wir wissen, dass wir gesegnet sind, so wie wir sind, und dass wir gerade deshalb immer wieder diesen Segen auf uns erbitten.
Segensgebete und -gesten gehören mit zu den schönsten Ritualen, die die Religionen anzubieten haben. Wir segnen Anfänge und das Ende, wir segnen wichtige Lebenswenden und wir erbitten den Segen für Alltagsgegenstände, auch wenn wir dabei hauptsächlich uns Menschen im Blick haben. Im christlichen Kontext sind mit den Segenshandlungen im besten Sinne des Wortes handgreifliche Zeichen verbunden, so auch in der Darstellung am Noah-Turm. Mit diesen Gesten versuchen wir, den Segen in unsere Zeit zu übersetzen. Wir vergewissern uns der Tatsache, dass wir gesegnet sind. Wir sind als Gottes Kinder gesegnet und brauchen eine Vergewisserung. Wir spüren auch, dass wir uns diese Zusage immer wieder neu ins Bewusstsein rufen müssen, weil wir uns nie auf Vorrat vergewissern können.
Wir brauchen diese Zusage immer wieder neu, besonders dann, wenn uns das Leben mal wieder übel mitspielt. So stehen wir immer unter dem Segen Gottes und erbitten immer wieder neu diesen Segen. Diese beiden Haltungen sind untrennbar miteinander verbunden. Beides ist wichtig, beides gehört zu unserem Mensch-Sein und macht uns als Menschen aus.
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Perspektiven öffnen

Eine auf den ersten Blick unverständliche Darstellung am Mose-Fries an der Autobahnkirche. Zwischen Mose und seiner Schwester Miriam findet sich eine Konstruktionszeichnung, in der auf der Fläche ein tiefer Raum aufgezogen wird. Möglich wird das durch die Konstruktion eines Fluchtpunktes, die die Malerei zur Zeit der Renaissance revolutioniert hat. Mit einem Fluchtpunkt erreicht man eine Perspektive und die Fläche bekommt räumliche Tiefe. Es ist der Versuch in der zweiten Dimension das darzustellen, was wir als dreidimensional wahrnehmen. Genau genommen ist es eine Sinnestäuschung. Mit der angeblichen Tiefe gewinnen wir eine neue Perspektive. Die vier Flächen um das Rechteck in der Mitte haben eine Funktion. Durch die leeren Trapeze, die Längs- und Querschraffur wird der Blick automatisch auf die Mitte gelenkt und zwar hinter die Mitte, die man nicht sieht, auf die Linien aber zulaufen. Der räumliche Eindruck wird verstärkt. Der Fluchtpunkt wird zum Fokus, an dem sich alles ausrichtet.
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