Mutter des Lebens

An der Nordseite der Balustrade an der Autobahnkirche sehen wir eine seltene Darstellung. Eva, alleine ohne Adam. Sie ist ein selbständiges Wesen, sie ist eine Frau, die ihren Wert aus sich heraus hat. Sie ist ein vollwertiges Geschöpf Gottes, so wie Adam auch. Ihr Name deutet auf ihre Aufgabe hin, das Leben weiterzugeben, das in ihr begonnen hat: »Eva, die Belebte«. Emil Wachter zeigt dies mit ihrer Natürlichkeit und ihrer Weiblichkeit. Die, die selbst belebt wurde, schenkt das Leben weiter, von ihr geht alles Leben aus.
Wir wissen heute, dass die Evolution anders vorgeht und dass die Entwicklung aus einem Elternpaar so nicht stattgefunden haben kann. Aber der Mythos von Eva viel Wahrheit in sich. Wir brauchen für unsere Vorstellung einen Anfang, es ist leichter zu denken, wenn wir wissen, dass eine Urmutter die Trägerin allen Lebens war. So können wir unserem Leben und unserer Existenz einen Sinn geben.
Im Mythos erahnen wir, wie wir entstanden sind. Unser Ursprung verliert sich nicht im Dunkel der Geschichte. Wir haben einen konkreten Bezugspunkt, auf den wir uns beziehen. Unterschiedliches Aussehen, verschiedene Hautfarbe, Größe, Ausstattung und so vieles mehr, all das hat den Ursprung im Urmenschenpaar und ist in der Urmutter Eva herangereift. Wenn wir uns auf die Urmutter, wenn wir uns auf Eva, die Belebte, berufen, dann spielen diese Unterschiede keine Rolle mehr.
Wer den gleichen Ursprung hat, er ist auch untereinander gleich. Unsere Würde als Menschen lässt sich einfacher begründen, wenn wir einen gemeinsames Ursprung haben. Eva steht für diesen Ursprung. So lange wir uns auf sie berufen, schauen wir auf unsere Würde, die in jedem von uns als Gottes Geschöpfe ausgedrückt ist. Im Sündenfall wurde Eva für die Katastrophe des Mensch-Seins verantwortlich gemacht.
Sie wurde herangezogen, um die Sündhaftigkeit des Menschen zu erklären. Es wird höchste Zeit, sie zu rehabilitieren. Sie ist nicht verantwortlich für die Schuld der Menschen, sondern für ihre Würde!
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Dazugehören

Wenn Abraham alle Menschen als Stammvater umfasst, kommt eine Botschaft heraus, wie sie besser nicht formuliert werden kann. Sie zieht sich durch die Heilige Schrift wie ein roter Faden. Beim Propheten Jesaja hört sie sich so an: »18b Der HERR sagt: »Die Zeit kommt, dass ich die Menschen aller Völker und Sprachen versammle. Sie alle werden zu mir kommen und meine Herrlichkeit sehen. 19 Ich werde ein Zeichen unter ihnen aufrichten und Boten zu ihnen senden – Menschen aus allen Völkern, die sich mir angeschlossen haben. Zu den fernsten Küsten sende ich meine Boten, nach Tarschisch, Put und Lud, nach Meschech, Tubal und Jawan. Unter den Völkern, die noch nichts von mir gehört und meine herrlichen Taten nicht gesehen haben, sollen sie meinen Ruhm bekannt machen. 20 Wenn sie zurückkehren, werden sie alle eure Brüder und Schwestern mitbringen, die noch unter den Völkern zerstreut sind. Auf Pferden, Maultieren und Dromedaren, in Wagen und Sänften werden dann aus aller Welt die Zerstreuten meines Volkes zu meinem heiligen Berg nach Jerusalem gebracht werden, als eine Opfergabe der Völker für mich, den HERRN – so wie ihr Israeliten eure Speiseopfer in reinen Gefäßen zu meinem Tempel bringt. « (Jesaja 66,18b-20, Übersetzung Gute Nachricht).
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