Zwischen Hoffen und Bangen

Miriam, - ihr Name bedeutet »Bitteres Meer« - die Schwester des Mose, durchlebt Höhen und Tiefen des Lebens. Sie sitzt am Wasser, als ihr Bruder im Weidenkörbchen ausgesetzt wird. Sie beobachtet, wie der Junge von der Tochter des Pharao gefunden wird. Sie vermittelt ihre Mutter als Amme für das Kleinkind. Sie führt mit ihren Brüdern den Zug in die Freiheit an und findet als erste die Worte, die die Unterstützung durch Gott preisen. Aber sie zweifelt auch an der Autorität des Mose und wird mit Aussatz bestraft, der sie zwingt, außerhalb des Lagers der Israeliten zu leben. Sie tut das, was sie tun muss, und trägt die Konsequenzen, selbst wenn sie nicht weiß, worin genau ihre Verfehlungen bestanden haben. So sitzt sie da, in sich gekehrt und gebeugt.
Sie ist hin- und gerissen zwischen verschiedenen Ansprüchen. Sie entscheidet sich nicht dafür, die Hände in den Schoß zu legen, sondern sie bleibt aktiv und gestaltet mit. Sie ist bereit, die Konsequenzen für ihr Handeln zu tragen. Sie hat das Amt, das sie innehat, nicht angestrebt, sie findet sich aber in der Verantwortung wieder. Sie erlebt an vorderster Front das mit, was ihr Volk durchmacht, alles Hoffen und Bangen, und ist doch gezwungen eher Hoffnung zu vermitteln als der Verzweiflung nachzugeben.
Miriam ist eine Gestalt, die man wohl als tragische Figur bezeichnen kann. Sie übernimmt Verantwortung und trägt all das mit, was damit verbunden ist. Sie scheut sich nicht, die Beschädigung
en an Leib und Leben in Kauf zu nehmen, um das zu tun, was sie tun muss und will. Sie erntet dafür kaum Ehre und Anerkennung - davon wird im Buch Exodus wenig geschrieben, sondern Erniedrigung, Schmerz und Scham. Sie teilt damit das Schicksal vieler Menschen, die trotz ihrer verantwortungsvollen Aufgaben, die sie haben, doch nicht die Wertschätzung erhalten, die sie verdienen, und eher Spott und Häme ernten.
Ansprechpartner
Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Perspektiven öffnen

Eine auf den ersten Blick unverständliche Darstellung am Mose-Fries an der Autobahnkirche. Zwischen Mose und seiner Schwester Miriam findet sich eine Konstruktionszeichnung, in der auf der Fläche ein tiefer Raum aufgezogen wird. Möglich wird das durch die Konstruktion eines Fluchtpunktes, die die Malerei zur Zeit der Renaissance revolutioniert hat. Mit einem Fluchtpunkt erreicht man eine Perspektive und die Fläche bekommt räumliche Tiefe. Es ist der Versuch in der zweiten Dimension das darzustellen, was wir als dreidimensional wahrnehmen. Genau genommen ist es eine Sinnestäuschung. Mit der angeblichen Tiefe gewinnen wir eine neue Perspektive. Die vier Flächen um das Rechteck in der Mitte haben eine Funktion. Durch die leeren Trapeze, die Längs- und Querschraffur wird der Blick automatisch auf die Mitte gelenkt und zwar hinter die Mitte, die man nicht sieht, auf die Linien aber zulaufen. Der räumliche Eindruck wird verstärkt. Der Fluchtpunkt wird zum Fokus, an dem sich alles ausrichtet.
Facebook Like-Box
 Social-Media-Inhalte aktivieren
Veranstaltungen
Di. 09.06.2026
Kontemplation
Di. 16.06.2026
Kontemplation
Di. 23.06.2026
Kontemplation
Di. 30.06.2026
Kontemplation

weitere Veranstaltungen ...
Schott Messbuch
Sonn- und Feiertagsgeläut
Meldungen der Erzdiözese
Aktuelles
Pfingstmontag, 25. Mai 2026
Hier können Sie sich den Meldebogen für das  "Buch der Verkehrstoten" herunterladen und uns zusenden.