Vor Menschenthronen

Hier ist der Thron Gottes unter den Menschen. So könnte man dieses Fensterbild in der Autobahnkirche untertiteln. Es ist ein Thron und Throne werden von Menschen aufgerichtet. Es sind die Orte, die mit Herrschaft einhergehen. Vom Thron geht die Macht aus, wer auf einem Thron Platz nehmen darf oder ihn sich nimmt, ist berechtigt, zu herrschen. Auch Religionen richten Throne auf.
Menschen wollen, dass Gott auf diesem Thron Platz nimmt, zumindest sind diese Throne Ausdruck der Sehnsucht, dass Gott seine Herrschaft wahrnimmt. Gott wird dann zum Herr des Lebens, zum Herrscher der Welt oder des Kosmos oder gar zum Allmächtigen.
Menschen streben nach Macht und Einfluss. Und wenn sie diese nicht selbst wahrnehmen können, dann suchen sie Götter, denen sie diese Macht zuschreiben und setzen sie auf Throne und definieren auf diese Weise auch ihren eigenen Platz in der Welt. Dieser ist möglichst nahe bei Gott, im unmittelbaren Herrschaftsbereich und damit auch im Schutzbereich Gottes. Dann ist Gott mit uns und hilft, gegen unsere Feinde anzugehen. Auf diese Weise wurden in der Vergangenheit Kriege und koloniale Herrschaftsverhältnisse gerechtfertigt. Man konnte sich gut Gott unterordnen, denn man erhielt seinen Platz zugewiesen, man fand eine gute Erklärung der Welt, Sinn konnte zugesprochen werden, man konnte so die Welt ertragen und aus einer drohenden Verlorenheit herausfinden. Wenn Gott seine Herrschaft wahrnimmt und auf dem Thron Platz nimmt, dann ist der Mensch als Geschöpf Gottes Teilhaber an der Herrschaft und, wenn Gott selbst nicht spürbar ist, zumindest Statthalter Gottes wenn nicht gar Gott selbst. Und spätestens jetzt spürt man, dass auf diese Weise alles gerechtfertigt werden kann.
Wenn wir darauf warten, dass Gott den Thron, den wir Menschen für Gott bauen, in Besitz nimmt, dann sagen wir nichts über Gott aus, sondern über uns Menschen. Es sind unsere Wünsche und Sehnsüchte, die hier bedient werden. Wenn es so ist, dann wäre es besser, wenn dieser Thron in alle Ewigkeit unbesetzt bleibt.
Wenn wir darauf warten, dass Gott den Thron, den wir Menschen für Gott bauen, in Besitz nimmt, dann sagen wir nichts über Gott aus, sondern über uns Menschen. Es sind unsere Wünsche und Sehnsüchte, die hier bedient werden. Wenn es so ist, dann wäre es besser, wenn dieser Thron in alle Ewigkeit unbesetzt bleibt.
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Dazugehören

Wenn Abraham alle Menschen als Stammvater umfasst, kommt eine Botschaft heraus, wie sie besser nicht formuliert werden kann. Sie zieht sich durch die Heilige Schrift wie ein roter Faden. Beim Propheten Jesaja hört sie sich so an: »18b Der HERR sagt: »Die Zeit kommt, dass ich die Menschen aller Völker und Sprachen versammle. Sie alle werden zu mir kommen und meine Herrlichkeit sehen. 19 Ich werde ein Zeichen unter ihnen aufrichten und Boten zu ihnen senden – Menschen aus allen Völkern, die sich mir angeschlossen haben. Zu den fernsten Küsten sende ich meine Boten, nach Tarschisch, Put und Lud, nach Meschech, Tubal und Jawan. Unter den Völkern, die noch nichts von mir gehört und meine herrlichen Taten nicht gesehen haben, sollen sie meinen Ruhm bekannt machen. 20 Wenn sie zurückkehren, werden sie alle eure Brüder und Schwestern mitbringen, die noch unter den Völkern zerstreut sind. Auf Pferden, Maultieren und Dromedaren, in Wagen und Sänften werden dann aus aller Welt die Zerstreuten meines Volkes zu meinem heiligen Berg nach Jerusalem gebracht werden, als eine Opfergabe der Völker für mich, den HERRN – so wie ihr Israeliten eure Speiseopfer in reinen Gefäßen zu meinem Tempel bringt. « (Jesaja 66,18b-20, Übersetzung Gute Nachricht).
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