Erde und Himmel verbinden

03.12.2018 |

Unser alltägliches Erleben ist zweigeteilt. Wir kennen die Welt in uns, das Subjektive, und die Welt außerhalb, das Objektive. Die Innenwelt können wir nur unzureichend beschreiben. Gefühle sind kaum angemessen wiederzugeben. Ganz im Gegensatz zur Außenwelt. Deren Phänomene lassen sich sehr gut erfassen, messen, einordnen und beschreiben. Unsere Lebensaufgabe besteht nun darin, beides in ein gesundes Gleichgewicht zu bringen. Wie sieht es jetzt aber aus, wenn wir diese beiden Welten, in denen wir leben, als Himmel und Erde beschreiben? Der subjektive Teil ist der Himmel, der objektive die Erde. Wie bringe ich die beiden nun zusammen? Emil Wachter gibt mit seiner Darstellung auf der Nordseite des Altars in der Autobahnkirche einen wichtigen Hinweis. Unser Tun, unsere Hände, unser Leben sorgt dafür.
Landläufig wird der Religion ja der Raum des Göttlichen zugeschrieben. Menschen, die sich der Theologie verschrieben haben oder die besondere Dienste im Namen der jeweiligen Religion und Kirche wahrnehmen, haben die Macht, den Himmel zu erklären und nach Möglichkeit dafür zu sorgen, dass der Himmel mit dem Irdischen in Verbindung steht. Aber so kommt nur ein kleiner Teil der himmlischen Wirklichkeit zum Tragen. Wenn der Himmel eher unsere innere Welt widerspiegelt, dann ist es Aufgabe jedes Menschen, die beiden miteinander zu verbinden. Und das ist gut so. Es liegt jeweils an uns, wie gut es uns gelingt, etwas vom Himmel hier auf Erden Wirklichkeit werden zu lassen und im Himmel Irdisches zum Blühen zu bringen.
Vielleicht steht dann am Ende die Auflösung der Zweiteilung zwischen Himmel und Erde, so dass wir sagen können: Wenn ich hier auf der Erde lebe, dann bin ich auch im Himmel. Die unselige Teilung in eine bessere Welt im Himmel und einem grauenvollen Bewährungsfeld hier auf der Erde wäre dann endgültig aufgebrochen. Dann wird das Wirklichkeit, was Jesus verkündet hat: »Das Reich Gottes ist mitten unter Euch.«
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Wenn Abraham alle Menschen als Stammvater umfasst, kommt eine Botschaft heraus, wie sie besser nicht formuliert werden kann. Sie zieht sich durch die Heilige Schrift wie ein roter Faden. Beim Propheten Jesaja hört sie sich so an: »18b Der HERR sagt: »Die Zeit kommt, dass ich die Menschen aller Völker und Sprachen versammle. Sie alle werden zu mir kommen und meine Herrlichkeit sehen. 19 Ich werde ein Zeichen unter ihnen aufrichten und Boten zu ihnen senden – Menschen aus allen Völkern, die sich mir angeschlossen haben. Zu den fernsten Küsten sende ich meine Boten, nach Tarschisch, Put und Lud, nach Meschech, Tubal und Jawan. Unter den Völkern, die noch nichts von mir gehört und meine herrlichen Taten nicht gesehen haben, sollen sie meinen Ruhm bekannt machen. 20 Wenn sie zurückkehren, werden sie alle eure Brüder und Schwestern mitbringen, die noch unter den Völkern zerstreut sind. Auf Pferden, Maultieren und Dromedaren, in Wagen und Sänften werden dann aus aller Welt die Zerstreuten meines Volkes zu meinem heiligen Berg nach Jerusalem gebracht werden, als eine Opfergabe der Völker für mich, den HERRN – so wie ihr Israeliten eure Speiseopfer in reinen Gefäßen zu meinem Tempel bringt. « (Jesaja 66,18b-20, Übersetzung Gute Nachricht).
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