Lebensbaum

An verschiedenen Stellen begegnet uns an der Autobahnkirche das Motiv des Lebensbaums. Am deutlichsten zeigt ihn Emil Wachter am Hauptportal. Wer in die Kirche geht, muss am Lebensbaum vorbei, er muss durch diesen Baum des Lebens hindurchgehen.
Schon im Buch Genesis wird vom Baum des Lebens erzählt, es bleibt aber unklar, welche Funktion er hat und wie das Leben aussieht, das von ihm ausgeht. Grund genug, um über das Wesen dieser Lebensbäume nachzudenken.
Immer wieder wird der Baum mit dem Menschen selbst in Verbindung gebracht. So wie der Baum mit den Wurzeln im Erdreich haftet und gut gehalten ist, so wird der Mensch durch seine Wurzeln, seine Geschichte, seine Traditionen und Vorfahren gehalten. Der Stamm ist das, was Halt gibt, und entspricht dem Körper, mit dem wir gut und fest in der Welt stehen können. Schließlich das Astwerk, ich möchte es einmal als das kulturelle Umfeld bezeichnen, in dem wir leben. Die Äste haben unterschiedliche Funktionen. Die Blätter sorgen für den Kontakt mit der Sonne, sie tanken Energie. Die Blüten sorgen dafür, dass Leben überhaupt erst möglich ist, sie sind manchmal übertrieben schön, oft nur für eine ganz kurze Zeit, aber bringen Schönheit zum Ausdruck. Die Früchte und Fruchtstände sorgen dafür, dass dieses Leben weitergeht, sie sind die kreative Gabe, diean die nächste Generation weitergegeben wird. Sie bieten Platz für die Begegnung mit der Welt, Vögel können darin nisten.
In der christlichen Tradition wurde das Kreuz zum Lebensbaum. So hat es Emil Wachter auch dargestellt. Hier steht es so im Vordergrund, dass der Lebensbaum fast dahinter verschwindet.
Man muss sehr genau hinsehen, um alle Elemente zu erkennen. Dominierend ist die Farbe des Lebens, das Rot. Es kennzeichnet die Wundmale Jesu am Kreuz und kommt in Blüten und Früchten zum Vorschein. Sie ist ein Sinnbild für Leben und Lebendigkeit, das uns hier gezeigt wird. So sehen wir einen Baum, der Leben verheißt. Wie wir es leben, das liegt an uns.
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Perspektiven öffnen

Eine auf den ersten Blick unverständliche Darstellung am Mose-Fries an der Autobahnkirche. Zwischen Mose und seiner Schwester Miriam findet sich eine Konstruktionszeichnung, in der auf der Fläche ein tiefer Raum aufgezogen wird. Möglich wird das durch die Konstruktion eines Fluchtpunktes, die die Malerei zur Zeit der Renaissance revolutioniert hat. Mit einem Fluchtpunkt erreicht man eine Perspektive und die Fläche bekommt räumliche Tiefe. Es ist der Versuch in der zweiten Dimension das darzustellen, was wir als dreidimensional wahrnehmen. Genau genommen ist es eine Sinnestäuschung. Mit der angeblichen Tiefe gewinnen wir eine neue Perspektive. Die vier Flächen um das Rechteck in der Mitte haben eine Funktion. Durch die leeren Trapeze, die Längs- und Querschraffur wird der Blick automatisch auf die Mitte gelenkt und zwar hinter die Mitte, die man nicht sieht, auf die Linien aber zulaufen. Der räumliche Eindruck wird verstärkt. Der Fluchtpunkt wird zum Fokus, an dem sich alles ausrichtet.
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