Baum und Axt

Ein kleines Bäumchen und eine scharfe Axt. Es besteht kein Zweifel, um was es geht und wer als Sieger den Platz verlässt. Beides zusammen aber, der lebendige Baum und die Axt, sprechen von etwas, was noch nicht eingetreten ist. In der Verkündigung Jesu ist das Gleichnis von der Axt, die an den Baum gelegt wird, ein Bild für das bevorstehende Gericht. So verstanden werden wir mit diesem Bild in die Entscheidung gerufen.
Wie hältst Du es für Dich? Könntest Du mit deinem Leben, mit dem, was du tust und wie du bist, vor einem Gericht bestehen? Würde dich das Urteil der vollständigen Vernichtung treffen? Diese Fragen stellt uns Jesus, wenn er dieses Bild verwendet. »Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt; jeder Baum, der keine gute Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.« (Mt3,10)
Eine Reaktion wäre es nun, aus Angst vor einer großen Strafe, ein bestimmtes Handeln zu erzwingen. Wenn du nicht tust, was von dir erwartet wird, dann hast du keine Chance. In autoritären Modellen wird in der Regel so verfahren. Doch es geht auch anders. Das Bild vom Baum, der vielleicht gefällt werden wird, bleibt, keine Frage.
Aber jetzt bin ich in die Entscheidung gestellt. Es geht nicht um die Strafe, die mir droht, sondern ich werde aufgefordert, klar zu entscheiden, was ich will. In einer klaren und eindeutigen Sprache fordert Jesus uns auf, Position zu beziehen und das eigene Leben in die Hand zu nehmen. Nicht warten bis jemand sagt, was ich tun soll, sondern aus eigenem Antrieb heraus das finden und tun, was jetzt wichtig ist. Jesus entlässt uns nicht aus der Verantwortung, entscheiden zu müssen. Wir können uns nicht auf Befehl und Gehorsam berufen, wir sind gefragt.
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Perspektiven öffnen

Eine auf den ersten Blick unverständliche Darstellung am Mose-Fries an der Autobahnkirche. Zwischen Mose und seiner Schwester Miriam findet sich eine Konstruktionszeichnung, in der auf der Fläche ein tiefer Raum aufgezogen wird. Möglich wird das durch die Konstruktion eines Fluchtpunktes, die die Malerei zur Zeit der Renaissance revolutioniert hat. Mit einem Fluchtpunkt erreicht man eine Perspektive und die Fläche bekommt räumliche Tiefe. Es ist der Versuch in der zweiten Dimension das darzustellen, was wir als dreidimensional wahrnehmen. Genau genommen ist es eine Sinnestäuschung. Mit der angeblichen Tiefe gewinnen wir eine neue Perspektive. Die vier Flächen um das Rechteck in der Mitte haben eine Funktion. Durch die leeren Trapeze, die Längs- und Querschraffur wird der Blick automatisch auf die Mitte gelenkt und zwar hinter die Mitte, die man nicht sieht, auf die Linien aber zulaufen. Der räumliche Eindruck wird verstärkt. Der Fluchtpunkt wird zum Fokus, an dem sich alles ausrichtet.
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