Gefährliches Feuer

FEUER! FEUER! Jede/r weiß, was zu tun ist, wenn dieser Ruf ertönt. Alle Hilfsmittel herbei, dass das Feuer gelöscht werden kann. Feuer ist gefährlich. Wir wissen um die zerstörerische Kraft des Feuers und versuchen, die Gefahr so gut wie möglich einzudämmen. Wir treffen Sicherheitsvorkehrungen, für den schlimmsten Fall gibt es Fluchttüren und -wege, überall liegen Löschdecken und hängen Feuerlöscher. Wir sind gewappnet! Ja, wir meinen, dass wir das Feuer im Griff haben.
Feuer ist auch ein Bild für den Heiligen Geist. Es wird an Pfingsten beschworen, die Firmung kommt ohne dieses Feuer nicht aus. »Möge das Feuer des Heiligen Geist in den Jugendlichen brennen!« wird gebetet. Und das Feuer soll unsere Herzen entzünden, damit wir mutig in die Zukunft gehen können. So auch auf dieser Darstellung in der Krypta der Autobahnkirche. Sich ausbreitend kommt das Feuer auf die Jünger nieder, sie werden im wahrsten Sinne des Wortes entflammt und beginnen ihre Mission. Das Feuer ist da und es tut, was es soll, es entzündet. Ja, wir wünschen es uns immer wieder.
Und überall hängen Feuerlöscher! Unsere Sicherheitsmaßnahmen sind getroffen, es wird uns schon nichts passieren, es wird hoffentlich nicht zum Äußersten kommen und ein Brand entstehen! Feuer ja, aber bitte nur als Symbol, denn in Wirklichkeit ist es viel zu gefährlich! Und sind wir ehrlich: Auch das Feuer, das der Heilige Geist entfacht ist gefährlich und verändert unsere Gewohnheiten, in denen wir uns eingerichtet haben. Wir belassen es bei einem schönen Bild, das gut ankommt - und uns beruhigt. Wir können gut um das Feuer des Heiligen Geistes beten, wenn wir wissen, wir die die Gefahr eindämmen und ein aufflammendes Feuer so schnell wie möglich löschen können!
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Perspektiven öffnen

Eine auf den ersten Blick unverständliche Darstellung am Mose-Fries an der Autobahnkirche. Zwischen Mose und seiner Schwester Miriam findet sich eine Konstruktionszeichnung, in der auf der Fläche ein tiefer Raum aufgezogen wird. Möglich wird das durch die Konstruktion eines Fluchtpunktes, die die Malerei zur Zeit der Renaissance revolutioniert hat. Mit einem Fluchtpunkt erreicht man eine Perspektive und die Fläche bekommt räumliche Tiefe. Es ist der Versuch in der zweiten Dimension das darzustellen, was wir als dreidimensional wahrnehmen. Genau genommen ist es eine Sinnestäuschung. Mit der angeblichen Tiefe gewinnen wir eine neue Perspektive. Die vier Flächen um das Rechteck in der Mitte haben eine Funktion. Durch die leeren Trapeze, die Längs- und Querschraffur wird der Blick automatisch auf die Mitte gelenkt und zwar hinter die Mitte, die man nicht sieht, auf die Linien aber zulaufen. Der räumliche Eindruck wird verstärkt. Der Fluchtpunkt wird zum Fokus, an dem sich alles ausrichtet.
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