Brennende Erfahrung

Eine Naturerscheinung, die er sich nicht erklären konnte machte Mose neugierig. Er sah einen Dornbusch, der brannte und doch nicht verbrannte. Diese Entdeckung  machte ihn zu einem anderen Menschen. Für ihn fand eine Erfahrung statt, die er als Erfahrung Gottes berichtete. Gott offenbarte sich ihm und gab ihm den Auftrag, das Volk Israel aus der ägyptischen Knechtschaft zu befreien und in das Gelobte Land zu führen. In diesem brennenden Dornbusch sehen wir die Geburtsstunde einer Religion. Mose erfährt nicht nur die reale Gegenwart Gottes, sondern er bekommt auch den Namen Gottes mitgeteilt: »JHWH - Ich bin da«. Wir sehen diese vier hebräischen Buchstaben an der Oberseite der Bildausschnittes vom Mose-Turm.
Es sind die unerwarteten Ereignisse, die unser Leben verändern. Neuartige Erfahrungen stellen all das, was wir bisher zu kennen und zu wissen glaubten in Frage. Ab jetzt ist alles anders. So hat es Mose erfahren und nach ihm immer viele Menschen. Es kommt dabei weniger auf die Art und Weise der Erscheinung an, die lassen sich meist erklären. Wichtig ist das, was wir daraus machen, wie wir diese Erfahrungen deuten. Mose macht die Erfahrung, dass Gott ganz nah bei ihm ist. Er gibt Gott diesen Namen: »Ich bin da« Oder er erfährt Gott als eine macht, die da ist, die präsent und erfahrbar ist.
Und ein Gott, der da ist, der ist bei seinem Volk und lässt es nicht in den Untergang treiben, sondern er befreit es. Mose ist sich nicht zu schade, seinen Teil dazu beizutragen und das Volk zu befreien. Er geht ihm voraus und führt es durch die Wüste. Am Anfang aber steht der Dornbusch, der brennt und doch nicht verbrennt.
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Perspektiven öffnen

Eine auf den ersten Blick unverständliche Darstellung am Mose-Fries an der Autobahnkirche. Zwischen Mose und seiner Schwester Miriam findet sich eine Konstruktionszeichnung, in der auf der Fläche ein tiefer Raum aufgezogen wird. Möglich wird das durch die Konstruktion eines Fluchtpunktes, die die Malerei zur Zeit der Renaissance revolutioniert hat. Mit einem Fluchtpunkt erreicht man eine Perspektive und die Fläche bekommt räumliche Tiefe. Es ist der Versuch in der zweiten Dimension das darzustellen, was wir als dreidimensional wahrnehmen. Genau genommen ist es eine Sinnestäuschung. Mit der angeblichen Tiefe gewinnen wir eine neue Perspektive. Die vier Flächen um das Rechteck in der Mitte haben eine Funktion. Durch die leeren Trapeze, die Längs- und Querschraffur wird der Blick automatisch auf die Mitte gelenkt und zwar hinter die Mitte, die man nicht sieht, auf die Linien aber zulaufen. Der räumliche Eindruck wird verstärkt. Der Fluchtpunkt wird zum Fokus, an dem sich alles ausrichtet.
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