Singvogel

Quelle: Norbert Kasper

Einer von vielen Vögeln, die wir am Glockenturm der Autobahnkirche finden. Und dieser Vogel singt nicht umsonst am Glockenturm. Sein Gesang verstärkt den Klang der Glocken und trägt die Botschaft hinaus in die Welt.
Das Glockengeläut ist ja wie der Gesang der Vögel am Morgen. Man kann sich ihm kaum entziehen. Haben Sie schon einmal gehört, wie der Gesang der Vögel erwacht, wenn es morgens hell wird, lange bevor die Sonne aufgeht? Es ist ein Erlebnis, das uns eher verstummen lässt, denn diesem Gesang haben wir nichts entgegen zu setzen. Wir kennen ja alle den Gesang dieser Vögel, wir können am Gesang erkennen, um welchen Vogel es sich handelt. Aber wir wissen in den seltensten Fällen, was dieser Vogel mitteilen will, ob er sich nur freut, ob er singt um des Gesangs willen, ob er seinen Artgenossen etwas mitteilen will oder einen Partner oder eine Partnerin sucht. Aber das ist gar nicht so wichtig. Wir können uns ja einmal die Botschaft vorstellen, die der Vogel für uns hat. Der Gesang könnte eine Botschaft für uns sein.
Was wäre denn eine Botschaft, die so ein kleiner Vogel für mich haben könnte? Ein Vogel, der vom Glockenturm einer Kirche singt? Es reicht ja aus, wenn wir von dieser Botschaft träumen, denn sie könnte wichtig für uns sein. Das einzige, was uns zu tun übrig bleibt: Zuhören. Alles andere im Moment sein lassen und nur zuhören. Ganz Ohr sein, alles andere auf die Seite legen und nur hören. Selbst wenn wir die Botschaft nicht entziffern oder
nicht verstehen, allein schon dieses aktive Hören, die Konzentration auf einen einzigen Vorgang ist eine Hilfe für den Alltag. Die Vögel können uns etwas lehren, wir müssen nur zuhören lernen. Ruhe und Stille sind eine große Hilfe dabei. Das können wir tun. Und welche Botschaft haben die Glocken?
 
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Eine auf den ersten Blick unverständliche Darstellung am Mose-Fries an der Autobahnkirche. Zwischen Mose und seiner Schwester Miriam findet sich eine Konstruktionszeichnung, in der auf der Fläche ein tiefer Raum aufgezogen wird. Möglich wird das durch die Konstruktion eines Fluchtpunktes, die die Malerei zur Zeit der Renaissance revolutioniert hat. Mit einem Fluchtpunkt erreicht man eine Perspektive und die Fläche bekommt räumliche Tiefe. Es ist der Versuch in der zweiten Dimension das darzustellen, was wir als dreidimensional wahrnehmen. Genau genommen ist es eine Sinnestäuschung. Mit der angeblichen Tiefe gewinnen wir eine neue Perspektive. Die vier Flächen um das Rechteck in der Mitte haben eine Funktion. Durch die leeren Trapeze, die Längs- und Querschraffur wird der Blick automatisch auf die Mitte gelenkt und zwar hinter die Mitte, die man nicht sieht, auf die Linien aber zulaufen. Der räumliche Eindruck wird verstärkt. Der Fluchtpunkt wird zum Fokus, an dem sich alles ausrichtet.
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