Wenn Elefanten tanzen

Elefanten sind gemütliche und auf den ersten Blick schwerfällige Tiere. Man sagt ihnen nach, dass sie ein sehr gutes Gedächtnis haben und dazu noch ein hervorragendes Sozialverhalten. Aber dass sie tanzen, außer wenn es ihnen als artistisches Kunststück für die Zirkusaufführung beigebracht wurde?
Am Noah-Turm sehen wir einen tanzenden Elefanten. Er freut sich, wie andere Tiere auch, dass sie die enge Arche wieder verlassen können und dass jetzt auf der Erde wieder neues Leben beginnen kann. Das gutmütige und schwerfällige Tier geht aus sich heraus und tanzt. Es gibt seiner Freude Ausdruck. Man hat den Eindruck, dass es alle Begrenzungen seiner Natur vergessen hat. Die Freude wirkt ansteckend und dieser Elefant ist eine Anregung für uns, die Grenzen der Natur aus Lebensfreude heraus zu überschreiten.
Die Freude kann vielfältige Ursachen haben. Aber darauf kommt es gar nicht an. Von Tieren können wir lernen, dass wir uns freuen können, wenn Fröhlichkeit dran ist. Auch wenn Elefanten nicht vergessen, so können sie wie die meisten Tiere - zumindest nehmen wir das an - keine Erinnerungen aufbauen, die Ereignisse in eine zeitliche Reihenfolge stellen und sie bewertend einordnen. Wir können das und stehen uns damit oft selbst im Weg. Tiere tun das, was jetzt gerade dran ist mit den Möglichkeiten oder Einschränkungen, die im Moment bestehen. In gewisser Weise können wir ähnlich vorgehen und uns nicht so sehr von Bewertungen und

Quelle: Norbert Kasper

Klassifizierungen bestimmen lassen sondern das ausdrücken, was jetzt gerade da ist. Das ist mehr als nur naive Unbekümmertheit Denn wir legen das andere ja nicht ab, daunsere Vernunft immer im Hintergrund wirkt. Aber es gibt Zeiten, in denen sie dort gut aufgehoben ist und nicht so sehr unser normales Tun bestimmen soll. Machen wir es doch mal den Elefanten nah und tanzen aus lauter Lebensfreude!
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Perspektiven öffnen

Eine auf den ersten Blick unverständliche Darstellung am Mose-Fries an der Autobahnkirche. Zwischen Mose und seiner Schwester Miriam findet sich eine Konstruktionszeichnung, in der auf der Fläche ein tiefer Raum aufgezogen wird. Möglich wird das durch die Konstruktion eines Fluchtpunktes, die die Malerei zur Zeit der Renaissance revolutioniert hat. Mit einem Fluchtpunkt erreicht man eine Perspektive und die Fläche bekommt räumliche Tiefe. Es ist der Versuch in der zweiten Dimension das darzustellen, was wir als dreidimensional wahrnehmen. Genau genommen ist es eine Sinnestäuschung. Mit der angeblichen Tiefe gewinnen wir eine neue Perspektive. Die vier Flächen um das Rechteck in der Mitte haben eine Funktion. Durch die leeren Trapeze, die Längs- und Querschraffur wird der Blick automatisch auf die Mitte gelenkt und zwar hinter die Mitte, die man nicht sieht, auf die Linien aber zulaufen. Der räumliche Eindruck wird verstärkt. Der Fluchtpunkt wird zum Fokus, an dem sich alles ausrichtet.
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